Sichere Herkunftsländer

Es mehren sich die Berichte, wonach immer mehr Flüchtlinge und Asylsuchende Deutschland den Rücken kehren und zurück in ihre angestammten Heimatländer wollen. Sie fliehen vor der bedrohlichen Bürokratie; sie fliehen vor dem angsteinflößenden Pegida-Pöbel, dessen Parole “Wir sind das Volk” wie “Sieg heil” klingt. Sie fliehen vor der Kälte der Gesellschaft; sie fliehen aus Angst, in ihrer Unterkunft zu verbrennen; sie fliehen vor dem Rassismus deutscher Qualität. Sie fliehen vor der entwürdigenden Abwertung, die ihnen von deutschen Bürgern entgegengebracht wird; sie fliehen, weil sie draußen im Regen stehen, während sich drinnen ihre Anträge monatelang, ja jahrelang stapeln.

Und so ziehen sie es vor, sich den Gefahren in ihren Heimatländern zu stellen. Das Problem ist allerdings, ob diese Länder die Rückkehrer aufnehmen werden. Manche Länder gewähren ihnen Asyl, doch es könnte auch Länder geben, die Deutschland einfach zum sicheren Herkunftsland erklären. Dann müsste Deutschland die Flüchtlinge wieder zurücknehmen.

Vorläufige Höhepunkte …

… eines nicht ungefährlichen Schwachsinns. Hier zwei Beispiele für Produkte der smarten, neuen Welt.

Da hat in Amerika ein findiger Konstrukteur einen smarten Spiegel entwickelt. Der zeigt im Badezimmer das Wetter und die neuesten Nachrichten an, damit die Zeit beim Rasieren gut genutzt wird. Ich weiß nicht, ob da schon eine Kamera eingebaut ist, geplant ist das jedenfalls. Die Kamera im Badezimmer kann einige wichtige Datenlücken schließen: Muttermal am Hintern, Schnitt der Schamhaare, bevorzugte Lieder unter der Dusche usw. usw. Ab in die Cloud mit den Bildern und Videos. Ehrlich, das sind Daten von allerhöchster Qualität. Die lohnen sich.

Anderes Beispiel, diesmal aus dem App-Bereich. Camera51 nennt sich dieses Machwerk, das man aus dem Google-Store herunterladen kann. Kostet nichts, toll. Und was macht das Ding? Es findet den perfekten Bildausschnitt beim Fotografieren mit dem Smartphone. Ich brauche nur noch eine Markierung zurechtzuschieben, und schon präsentiert  mir die App nach dem Auslösen ein Foto, das den bildwichtigen Teil an der richtigen Stelle sitzen hat. Toll, ich muss nicht mal mehr drüber nachdenken, worauf es in dem Foto ankommt, alles automatisch.

Was für ein Unkraut sprießt da in der smarten Welt der Dinge aus dem Boden hervor. Wenn’s wenigstens harmlos wäre, dann könnte man den Kram als primitive Spielerei abtun. Aber harmlos trifft nicht mehr zu, wenn etwas den Status des Smarten erlangt hat. Selbst die smarte Foto-App ist keineswegs harmlos, denn sie schwächt das Wichtigste, was wir derzeit brauchen: eigenes Denken, eigenes Gestalten, eigenes Beurteilen. Wenn wir das verkümmern lassen, rutschen wir smartly ab in eine Gesellschaft von gedankenlosen, verführbaren Smartphone-Artisten.

Janus

Also, diese Zukunftsvision ist ein Hammer. Entwickelt oder vorgestellt wird dieses Zukunftsmodell von Josef Reitberger im Leitartikel zur Chip 3/2016: Wann übernehmen Denkmaschinen?

Reitberger: “Wissenschaftler verschiedener Sparten sind sich einig darüber, dass die Funktion des Gehirns vollständig von biochemischen Prozessen bestimmt wird. Das, was den Menschen vom Tier abhebt, also Bewusstsein, Reflexion und Intelligenz, basiert demnach einzig darauf, dass wir mit großem Abstand die leistungsfähigsten Gehirne haben.”

Reitberger schreibt weiter, daraus lasse sich ableiten, dass bei einer entsprechenden Steigerung der Leistungsfähigkeit von Computerhardware ein Punkt erreicht werde, wo Computer imstande seien, menschliche Gehirne in Echtzeit zu simulieren. Mehr noch: Diese dermaßen ausgestatteten Maschinen könnten wiederum neue intelligente Maschinen schaffen, die mit ihrer Superintelligenz die Schlauheit der gesamten Menschheit überträfen. Damit übernähmen sie unwiderruflich die Kontrolle. In etwas 35 Jahren könne dieser Punkt erreicht werden. Weiterlesen

Nachruf auf Picasa. – Vorhersehbares Ende

Eine kurze Meldung nur, kaum mehr als eine Randnotiz: Google gibt Picasa auf. Die cloudorientieren Webalben werden nun von “Google Fotos” angeboten, und das Desktop-Verwaltungsprogramm Picasa wird aufgegeben, das heißt nicht weiter gewartet. Bei einem Programm, mit dem tausende oder zigtausende von Bildern verwaltet und organisiert werden, ist die Ankündigung des Endes nichts anderes als die Aufforderung, ganz schnell nach Alternativen zu suchen, um die wertvollen Weiterlesen

Ja, glaubt ihr denn wirklich … ?

Cybermobbing ist eines der vielen Probleme, die die hemmungslose Vernetzung unserer Welt mit sich bringt. Besonders die Smartphones sind die idealen Schaltstellen, um über ungeliebte oder einfach nur beneidete Zeitgenossen herzufalllen, und Schneeball-Netzwerke wie Facebook sorgen dafür, dass man gleich in Horden auf die armen Opfer eindrischt. Unter anderem in Schülerkreisen ist das Cybermobbing ein verbreiteter Sport, um bei Mitschülern schlaflose Nächte und Verzweiflungstränen hervorzurufen und sich selbst dabei einen gewissen Kick zu verschaffen. Klar, dass auch rechtsradikale, rassistische Hetzer gerne auf die Facebook-Meinungsvervielfältigungsmaschine zurückgreifen, denn ein Chor von vielen Schreiern Weiterlesen

Ach, der Horst

Ja, der Horst Seehofer aus dem Süden Deutschlands hat schon einige bemerkenswerte Aktionen vom Stapel gelassen. Großes Rätselraten über seine Motive. Einige Leute meinen, so etwas sei die unausweichliche Folge, wenn jemand in die allzu großen Fußstapfen von Vorgängern treten muss. Über die Schuhgröße von Stoiber kann man sicherlich streiten, aber der Franz-Josef hat mit seinen politischen Quadratlatschen Spuren hinterlassen, die nur ein Mammut ausfüllen kann. – Andere wiederum finden, Weiterlesen

Individualisierung – schlimm?

Wieder ein Zeitungsbericht, der mein Aufsehen erregte. Titel: Ärger um individualisierte Preise. Der Bericht hinterließ bei mir sowohl Genugtuung als auch Wut. Wut wegen des Datenmissbrauchs, der thematisiert wurde; Genugtuung, weil sich einige Menschen daran gestoßen haben, immerhin einige. Vielleicht ein hoffnungsvoller Anfang?

Worum geht es in dem Zeitungsartikel? Nun, einige Unternehmen im Online-Handel haben sich mit ihren Preisen auf die Kunden eingestellt, mal ein höherer, mal ein niedrigerer Preis, je nach Kunde. Das NRW-Verbraucherministerium teilte mit, dass es in den letzten Jahren immer wieder Berichte und Beschwerden von Verbrauchern über Preisdiskriminierungen beim Online-Shoppen gegeben habe. Wie die Preise zustande Weiterlesen