CETA

Den Beitrag über CETA habe ich wieder gelöscht, denn mir ist klar geworden, dass mich dieses blöde Gehampel im globalen Kapitalismus nicht sonderlich berührt. Ich weiß auch nicht genügend darüber.

Verglichen mit den USA ist Kanada ein eher harmloser Partner. So richtig zur Sache geht’s bei TTIP. Dazu nur soviel: Es kommt nicht darauf an, dass die Investoren einen besonderen Schutz gewährt bekommen, denn den verschaffen ihnen ihre Milliardenpolster. Es ist vielmehr wichtig, dass sich Europa vor den amerikanischen Investoren und Konzernen schützt. Die haben weltweit schon zu viel Unheil angerichtet.

Ungenehme Gesprächspartner

Wer kennt das nicht? Man kommt nicht rechtzeitig ans Telefon und merkt, dass der Anrufer nun eigentlich auf den Anrufbeantworter sprechen müsste. Er tut es nicht, vielleicht weil er seinen Anruf nicht als wichtig erachtet, vielleicht auch deshalb, weil es ihm unangenehm ist, einfach ins Leere zu sprechen bzw. auf die Anrufmaschine. Und wenn jemand auf den Anrufbeantworter spricht, dann merkt man sehr oft, dass er mit eigenartiger Stimme verbal herumhampelt, als wüsste er nicht, wie er sich ausdrücken soll. Eine Portion Verlegenheit mischt sich in den Anruf.

Oder: Man landet auf irgendeiner Hotline, welche die Anrufe erst mal verteilt. Man wird aufgefordert, eine Zahl zu sprechen, was meistens zu einer weiteren Verzweigung führt. Wieder fordert eine synthetische Stimme auf, eine der aufgezählten Nummern auszusprechen. Eine Maschine als Gesprächspartner, für einen Anrufer, der noch imstande ist, sensibel mit anderen Menschen zu kommunizieren, eine Zumutung. Eigentlich noch mehr: eine Unverschämtheit.

Die Sache ist ganz einfach: Jeder Mensch braucht, wenn er sich mündlich äußern will, einen Menschen als Gesprächspartner. Alles andere verstümmelt zwischenmenschliche Kommunikation und macht unempfindlich gegenüber den Meinungsäußerungen anderer. Sicher, manchmal ist es unumgänglich, aber im Falle der automatisierten Hotline muss man schlichtweg von einem Missbrauch der technischen Kommunikationsmöglichkeiten sprechen.

In einem anderen Beitrag äußerte ich meine Meinung zu automatisierten Bewerbungsgesprächen, bei denen ein Computer den Gesprächstparter ersetzen soll. Ich denke mal, das ist der vorläufige Höhepunkt in dem Prozess, mit dem wir Dinge automatisieren und algorithmisieren, die immer einem menschlichen Gesprächspartner vorbehalten sein müssen. Immer.

Digital – oder was?

Es häufen sich die Stimmen, die eindringlich darauf aufmerksam machen, wie weit Deutschland bei der Digitalisierung hinter dem Mond ist. Man solle sich ein Beispiel an Dänemark nehmen, oder Lettland (oder war’s Estland? egal). In diesen Ländern sei man aufgeschlossen und innovativ, so tönt es bewundernd – und neidisch. Und dabei gehöre Deutschland von seinem Selbstverständnis her doch an die Spitze des technologischen Fortschritts. Oder?

Gleich eines vorweg: Ich halte mich durchaus für technisch aufgeschlossen und bin, was den Umgang mit Computern angeht, keineswegs ein blutiger Laie. Eher das Gegenteil ist der Fall, aber das will ich jetzt nicht ausbreiten. Doch wenn gebetsmühlenartig der Vergleich mit Dänemark und Co. herangezogen wird, dann bin Weiterlesen

Überhitzt

In einem früheren Blogbeitrag sprach ich von einem bis zum Überkochen aufgeheizten Konkurrenzkampf in unserer kapitalistischen Welt, nicht ohne anzudeuten, dass die Situation äußerst schädlich und gefährlich ist.

Tatsächlich sind viele unternehmerische Werte in den letzten Jahren auf den Müllhaufen geworfen worden. Technische Qualität und Nachhaltigkeit? Unsinn, die Produkte sollen möglichst bald kaputt gehen, damit Folgeprodukte gekauft werden. Betriebliche Gesundheit? Quatsch, der Betrieb muss Gewinn erbringen, da kann man auf gesunde Mitarbeiter und ein gesundes Betriebsklima keine Rücksicht nehmen – es sei denn, dadurch ergibt sich ein messbares Mehr an Leistung und Betriebsgewinn.. Kundentreue? Meine Güte, wo leben wir denn. Der Betrieb soll möglichst viele Kunden bewerben, das ja, aber was mit einzelnen Kunden abgeht, interessiert nicht die Bohne. Stolz auf die erzeugten Produkte? So ein Blödsinn, man kann stolz auf seinen globalen Einflussbereich, auf seine monetäre Macht sein, aber doch nicht auf den Kram, mit dem man die Leute gezielt bescheißt.

Typisch für die ganze Entwicklung sind die immer kürzer werdenden Produktzyklen. Jedes Jahr (mindestens) muss was Neues her, nicht besser, aber mit mehr Optionen, mit denen man dynamische Kunden aufgeilen kann. Es gibt hochwertige, technische Geräte, die nach zwei Jahren auf dem Müllcontainer landen sollen, weil man als Hersteller darauf angewiesen ist, ein neues Produkt an Frau und Mann zu bringen. Ich spreche z.B. von den Smartphones (unter anderem, aber vor allem). Es leuchtet ein, dass bei dermaßen kurzen Entwicklungszyklen die Qualität leidet – leiden muss. Man kann nicht in wenigen Monaten etwas Neues auf die Beine stellen, das außerdem noch qualitativ gut ist, selbst wenn Entwurf und Produktion hauptsächlich an Computer und Roboter delegiert werden. Aber der überhitzte Markt verlangt es.

Nun gibt es da eine Firma in Südkorea, die das Überhitzen wohl wörtlich nimmt. Kaum zu glauben, aber die Fummeldinger von Samsung können auf einmal in der Hosentasche anfangen zu brennen. Oder gar explodieren. Aua, unangenehm. Aber sowas kann dabei herauskommen, wenn man Technik mit eingeplanter Kurzzeit-Lebensdauer herstellt. Ist das, was ich im Augenblick empfinde, etwa Schadenfreude? Ehrlich, ich könnte mich kaputtlachen. Fummelphones, die sich zisch-knall-knister verabschieden. Herrlich! Da sage einer, die mobile Digitalisierung habe keine lustigen Seiten.

Also, diese bösen, bösen Akkus. Wie wär’s mal mit gründlichen, robusten Tests von neuen Geräten, Herr Samsung? Ja sicher, das dauert, und da kann es tatsächlich passieren, dass Herr Apple vorübergehend einen Vorsprung erzielt. Also nur Zweiter in der Weltliga. Soo schlimm? Mein Gott, was sind diese Globalkonzerne doch eine verkorkste Bande.

innogy – geht’s noch?

innogy – eine Abspaltung der RWE oder – besser gesagt – die Auslagerung von zukunftsfähigen und gesunden Geschäftsbereichen in einen neuen Konzern. Die alten, maroden Bereiche verbleiben erst mal im Stammkonzern. Die Absicht dahinter ist so durchsichtig, dass man nicht näher drauf eingehen muss. Egal, diese Tage lag ein Prospekt von innogy in meinem Briefkasten. Manches von den darin geäußerten Ideen scheint ganz ordentlich zu sein, aber dann gibt es ja noch das innogy SmartHome, und da hakt es bei mir aus. Hier einige Zitate aus dem Prospekt:

Smart wird simpel.
Energie wird innogy.
innogy SmartHome macht es Ihnen leicht. Mit nur einer App können Sie auf Ihr gesamtes Haus zugreifen. Auch von Unterwegs.

Übersetzt: innogy machr Ihr Haus transparent. Mit etwas Geschick und Erfahrung kann ein Hacker auf Ihr gesamtes Haus zugreifen. Jederzeit und von überall.

Oder ein Kunde: “Ich bin froh, wenn ich mich um nichts kümmern muss.”

Meine Meinung: Ich bin frohh, dass ich mich in meiner eigenen Angelegenheit und meinem eigenen Haus noch kümmern kann und darf. Kümmern ist Lebensgestaltung, und mein privates Leben möchte ich selber gestalten. Nur ich.

Oder ein anderer Kunde: “Ich brauche intelligente Technik!”

Meine Meinung: Ich brauche nachhaltige, funktionssichere, durchschaubare und beherrschbare Technik, die mich nicht jederzeit in pseudointelligente, unbeherrschbare Automatismen hineinzwängt.

Eigentlich schade, dass Innogy bei diesem smarten Hauskram mitmacht, denn vom Kern her steht der Konzern für grüne, nachhaltige Energieerzeugung.