Artenschutz

Drei Mal bin ich der Zukunft begegnet. Das erste Mal war es in Form des Leitartikels einer renommierten Computerzeitschrift. Der Verfasser schrieb, Wissenschaftler aller Fachrichtungen seien sich einig, dass in einigen Jahrzehnten die Informationssysteme die Rechen- und Speicherkapazität des menschlichen Gehirns erreichten. Dann sei der Zeitpunkt gekommen, wo mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Maschinen die Herrschaft übernehmen werden. Also nix mehr mit einem Planeten der Menschen, sondern die Erde als Planet der Roboter.

Hm, beeindruckt hat mich die einhellige Meinung aller Wissenschaftler. Oder sollte der Verfasser bei einigen Fakultäten gar nicht angeklopft haben? Egal, die zweite Vorstellung  der digitalen Zukunft gab es, als ich bei Youtube auf einen Vortrag des Zukunftsforschers Lars Thomsen stieß. Dieser vorausschauende Mann blies in dasselbe Horn wie der Verfasser des Leitartikels, wurde aber konkreter und brachte vor allem den guten, alten Gordon Moore ins Spiel, der in dem nach ihm genannten Gesetz zum Ausdruck brachte, Weiterlesen

Wertminderung

Um nicht missverstanden zu werden, muss ich noch einmal vorausschicken, dass ich gegenüber technischem Fortschritt durchaus aufgeschlossen bin. Vor allem die digitale Technik und ihre Algorithmen haben mich seit jeher phasziniert und phaszinieren mich immer noch. Das heißt aber nicht, dass ich die Digitaltechnik ausschließlich positiv sehe wie die meisten Zeitgenossen heutzutage. Vor allem die Ausweitung des Begriffs “Digitalisierung” auf alles, was irgendwie über das Internet zu bewerkstelligen ist, muss meines Erachtens sehr kritisch hinterfragt werden.

Sicher, im technischen Bereich trägt die Digitalisierung eine Menge zu echtem Fortschritt bei. Aber gerade wegen der immensen Auswirkungen der Digitalisierung müssen wir uns auch sehr gründlich mit den negativen Folgen befassen, die sich vor allem dort äußern, wo die Vorgänge den technischen Bereich verlassen und in die Belange des menschlichen Miteinanders eingreifen. Hier ist behutsames, verantwortungsvolles Weiterlesen

Ach ja, der intelligente Kühlschrank

Als ich mich in einem der vorangegangenen Beiträge abfällig über den smarten Kühlschrank äußerte, da stand eine brennende Frage unbeantwortet im Raum: Wie schafft es diese Kühlmaschine (es ist trotz eingebauter KI immer noch nur eine Maschine), im Teamwork mit dem Smarty, den komfortgeplagten, modernen Konsumenten vor Ort, also im Laden, darüber zu informieren, was er gerade kaufen soll?

Die Frage ist nun beantwortet, und zwar dank einer Beilage in unserer Tageszeitung. Diese Sonderseiten sind irgendwo zwischen ultimativer Lebensberatung (“Wie lüfte ich richtig?”) und plumper Anzeige (“Markisen aller Art bei Markishop”) angesiedelt. Die Beilage hat sich also die Aufgabe gestellt, mich aufzuklären. Auf drei Seiten wird beschrieben, wie der moderne, intelligente Kühlschrank so tickt und warum es absolut Weiterlesen

Wenn wir so weitermachen …

Ich  möchte mich noch einmal auf den Roman “1984” von Orwell beziehen (siehe auch diesen Beitrag). Dort gibt es eine Szene, die besonders aufwühlt. Es ist die Szene, als sich Julia und Winston auf einer Lichtung treffen, wo die jungen Bäume noch zu dünne Stämme haben, um darin Mikrophone verstecken zu kennen. Überwachung total, anscheinend so grotesk und abtraumhaft, dass bis vor wenigen Jahren noch niemand ernsthaft glauben konnte, dass es jemals auch nur annähernd so weit kommen könnte.

Inzwischen haben die Überwachungsstrukturen selbst die schlimmsten Auswüchse in “1984” bei weitem überholt. Man merkt es nur nicht, weil die Überwachung heimlich im Hintergrund abläuft und keine unmittelbaren Folgen zeitigt. Wenn wir so weitermachen, werden wir in Kürze, d.h. bereits in wenigen Jahren eine Totalüberwachung Weiterlesen