Merkel – CSU (2)

Nun ist sie zurück aus Brüssel, unsere Angela Merkel. Sie hat genau das gemacht, was ich im vorangegangenen Beitrag prognostiziert habe: Sie hat geworben und gekittet; sie hat soviel an eher inhaltsleeren Absichts- und Bereitschaftserklärungen aus etlichen Verhandlungsstunden herausgequetscht, dass wahrscheinlich die CSU befriedigt sein wird. Die CSU kann ohne größeren Gesichstverlust von der Brüllbühne abtreten, und Merkel kann ohne größeren Gesichtsverlust – weiterregieren.

Merkel hat – wie schon öfter – Europa bedrängt, die deutsche Sache zu einer europäischen Sache zu machen, was zwangsläufig im Oberflächlichen steckenbleibt, und Söder-Dobrindt können beim Bellen die Lautstärke herunterfahren und Merkels Scheinerfolge zu ihren eigenen, echten Erfolgen ummünzen. Mein Gott, wie erbärmlich ist das alles.

Der eigentliche Kern des Problems ist bei dieser ganzen Flickschusterei einfach Weiterlesen

Merkel – CSU (1)

Zugegeben, ich musste lange überlegen, ob ich mich zu dem Thema äußern soll. Ich meine die Meinungsverschiedenheit (ausnahmsweise mal zahm formuliert) zwischen CDU und CSU. Irgendwie versteh ich’s nämlich nicht. Es geht um Flüchtlinge, klar. Die CSU will dieselben an der Grenze abfangen und gleich zurückweisen. Die CDU will erst mal im Land überprüfen und dann ggfs. zurückschicken. Eigentlich nicht mehr als eine Rangelei ums Verfahren. Dabei geht es nur um eine ziemlich kleine Gruppe von Betroffenen, was das martialische Getöse aus dem Süden Deutschlands noch fragwürdiger macht.

Man muss also schon nach Erklärungen außerhalb des Problemkerns suchen. Wahlkampf z.B., der ist immer für manches groteske Fehlverhalten von Politikern gut. Aber reicht das? Einige reden von Richtungsentscheidungen; vielleicht kommt man der Sache dadurch näher. Was könnte also der richtungsbestimmende, springende Punkt sein? Auf einmal fällt es wie Schuppen von den Augen: die Grenze. Klar, die Weiterlesen

Handelskrieg

Generalmobilmachung. Handelskrieg der USA gegen den Rest der Welt. Da kann der Trumpi mal so richtig den dicken Macker spielen und sich von seinen Anhängseln feiern lassen. Die bösen Chinesen, die bösen Europäer, vor allem die bösen Deutschen, denen muss mal gezeigt werden, wo’s lang zu gehen hat. Na ja, so ganz unschuldig sind sie ja nicht, die Nichtamerikaner auf diesem Planeten. Also wetzen wir mal die Messer.

Es gibt ja eine besondere Sorte von Menschen, ich meine die Besonnenen, die über den wünschenswerten Weitblick verfügen. Diese Leute wissen, dass ein Handelskrieg jedem schadet, und meinen damit natürlich erstmal sich selbst. Aber so ist das im Weiterlesen

Populisten und ihre Taktik

Populismus – was ist das eigentlich? Um ehrlich zu sein, für eine stichhaltige Definition fehlt mir das Wissen. Es bringt m.E. auch nicht viel, in Wikipedia oder sonstwo nachzuschlagen, denn die Erklärungsversuche sind mehrdeutig. Lassen wir es also und beobachten einfach mal etwas.

Da ist zum Beispiel der Söder, ein Meister im aalglatten Drüberhinwegreden. In einem Interview als “Zugeschalteter” bei Marietta Slomka beschwor er die Gefahr des Populismus herauf, und gerade mal zwei oder drei Sätze später beklagte er sich, dass der Wähler die Flüchtlingssituation nicht mehr akzeptiere. Ja was denn? Sich als Populismusgegner outen und gleichzeitig in populistischer Weise agieren, und zwar so, dass der Hörer diese Diskrepanz gar nicht merkt? Keine Frage, eine stramme rhetorische Leistung.

Im selben Interview fixierte er eine politisch bedenkliche Position, aber so, dass solche Bürger uneingeschränkt zustimmen können, die sich nicht an vernünftigen Zielen orientieren, sondern eher an dumpfen, nationalistischen Tendenzen. Es ging um das Lieblingsprojekt der CSU, nämlich die strikte Kontrolle von Flüchtlingen an deutschen Grenzen. Söder forderte, dass Deutschland in dieser Beziehung “Duftmarken” setzen müsse, die vorbildhaft für Europe sein könnten. Also Deutschland vor Europa, aber so formuliert, als ginge es darum, Europa vor der Zersetzung zu beschützen. Tusch! Deutschland als Retter Europas. Randfrage: Hat der Söder eigentlich nicht kapiert, dass es in Europa eigentlich keine Grenzen mehr gibt, dass die Kontrollen an den ehemaligen (!) Grenzen nur zeitlich begrenzt sein dürfen? Tatsächlich verbirgt sich hinter Söders “Duftmarken” eine gezielte Abkehr vom europäischen Gedanken und eine Hinwendung zum Nationalismus.

Aber, noch einmal, das Ganze wurde rhetorisch so dargeboten, dass besonders anfällige Zeitgenossen gerne auf den Zug aufspringen. Das bringt Wähler, und mit den Wählern kommt die Macht. Jetzt weiß ich: Das ist Populismus.

Kontrollverlust – Nachtrag

Hier noch ein Nachtrag zum Beitrag Kontrollverlust. In diesen Tagen liefert uns Donald Trump ein hervorragendes Anschauungsbeispiel zum Thema BUMMER und zur Funktionsweise der sozialen Netzwerke, in diesem Fall Twitter. Bekanntlich hat die letzte Veröffentlichung der Kriminalstatistik gezeigt, dass in Deutschland die Kriminalfälle kontinuierlich rückläufig sind, ungeachtet des Zuzugs von Flüchtlingen. Das ist eine nachprüfbare Tatsache, die aber nicht ins Weltbild eines Herrn Trump passt. Folglich twitterte er dagegen, dass die Kriminalität in Deutschland seit des Flüchtlingszustroms um 10% zugenommen habe. Und da die wahren statistischen Ergebnisse ja öffentlich und überprüfbar vorliegen, rechtfertigt er seine Aussage mit der kaum kontrollierbaren Behauptung, die Ergebnisse in Deutschland seien bewusst falsch ermittelt worden.

Abgesehen von der plumpen Unverschämtheit, die inzwischen aber kaum noch überrascht, zeigt dieses Vorgehen sehr deutlich, wie das so ablauft in den sozialen Netzen. Am Anfang steht da ein Lügner, der eine Fake-News als Initialisierung ins Netz stellt. Klar, dass diese Falschmeldung sich weiter verbreitet, zumal der Lügner Weiterlesen

Kontrollverlust

Manchmal verzweifel ich. Dann frage ich mich, warum ich mich so leidenschaftlich für einen sauberen, die Menschenwürde achtenden Umgang mit dem Internet engagiere, wenn die lieben Mitmenschen sich so treiben lassen wie bisher und oft gar nicht mal mehr spüren, wie ihre persönlichen Grundrechte permanent missachtet werden. Die Digitalisierung, so scheint es mir, hat eine Eigendynamik entwickelt, die eine Steuerung praktisch nicht mehr zulässt. Selbst das Abspringen von dem  dahinbrausenden Digitalisierungszug ist für viele Menschen quasi unmöglich geworden.

Bei alledem gibt es in den Medien, in der Wirtschaft und in der Politik so gut wie niemand, der zu vernünftigem Umgang mit der Digitalsierung anleitet und auch bereit ist, Konsequenzen daraus zu ziehen. Was nützt es, wenn im Fernsehen auf die Gefahren der sozialen Medien hingewiesen wird und der Moderator abschließend eine Diskussion auf just diesen Medien anbietet? Was nützt es, wenn ein Moderatorenteam Weiterlesen

Nicht zu verstehen

Wirklich, ich kann’s nicht verstehen. Ich meine das Jammern von Betrieben, etwas falsch zu machen, wenn’s um Datenspeicherung und die Datenschutzgrundverordnung geht. Wenn für einen Betrieb eine Datenbank angelegt wird, dann überlegt man sich doch, welche Daten zur Abwicklung des Geschäftsbetriebes notwendig sind. Das sind nicht viele, vor allem Name und Anschrift eines Kunden sowie die Abrechnungsdaten oder die erbrachten Leistungen. Diese Daten sind notwendig und unverfänglich. Ferner wird natürlich überlegt, wie die Daten vor Hackerangriffen o.ä. geschützt werden, wenn eine Anbindung ans Internet unerlässlich ist. Das war’s schon, und ein Konflikt mit der Datenschutzgrundverordnung ist nicht zu befürchten. Das Sammeln von Daten, die darüber hinaus gehen, ist sowohl überflüssig als auch moralisch nicht vertretbar, und das nicht erst seit der Datenschutzverordnung.

Wer also eine reine Weste hat, braucht nicht in Panik zu geraten. Man kann’s auch anders herum formulieren: Alle Betriebe und Vereine, die auf einmal nervös werden, zeigen damit nur, dass sie bisher unsauber gearbeitet haben oder aber, dass sie kein Gespür für Datenrecht haben. Ähnliches gilt übrigens auch für Organe, die auf einmal darauf bedacht sind, alle denkbaren Genehmigungen für dieses und jenes einzuholen. Wenn dann diese Bitte um Genehmigung noch kaschiert wird, indem man vorgibt, mit den Daten den Service zum Nutzen der Kunden optimal gestalten zu wollen, dann ist das eine ziemlich dreckige Kiste. In der Tat, der ganze Datenmissbrauch der letzten Jahre hat bereits zu einem stinkenden Bodensatz geführt. Nicht einfach, die Kiste wieder sauber zu kriegen.

 

Weltuntergang

Nein, ich rede hier nicht von dem Weltuntergang, der uns infolge der Gefahren aus dem Internet droht. Nein, einen derartigen technikfeindlichen Pessimismus möchte ich nicht verbreiten. Ich meine vielmehr den Untergang, der Deutschland blüht, wenn nicht innerhalb von maximal zwei, drei Jahren eine flächendeckende Gigabit-Vernetzung erreicht wird. Entsetzen. Deutschland hinkt, was Breitbandversorgung betrifft, hinterher. Auf welchem Platz Deutschland da steht, weiß ich nicht, spielt auch keine Rolle, hier zählen nur die ersten drei Plätze, und dort ist unser exportorientiertes Land eben nicht anzutreffen. Deshalb das Entsetzen der Digitalos.

Schon vor Jahren hat Merkel den Zugang zu 50 MBit/s für alle Bürger versprochen, nun ist diese Marke, dank Glasfaser, schon überholt. Es geht, wie gesagt, um Gigabit, also um Übertragungsraten von 1000 MBit/s. Alles darunter ist nicht mehr akzeptabel, so wird jedem, der es hören will oder nicht, eingeredet.

Ich weiß nicht so recht, ob ich es hören will. Ich bekomme demnächst einen Glasfaseranschluss und prockel schon mal die Leerrohre für das innerhäusliche Glasfaserkabel frei. Aber brauche ich sowas überhaupt? Seit Jahren arbeite ich mit 4 MBit/s, und ich mache sehr viel mit dem Internet. Ehrlich gesagt, ich vermisse eigentlich den flotten Breitbandanschluss gar nicht. Das einzige, was gelegentlich etwas stört, ist der langsame Download von Filmen, aber der kann ja bequem parallel zur Arbeit vonstatten gehen. Ja, vielleicht so 6 oder 8 MBit/s wären ja ganz schön, aber was nicht ist … Ich lasse die gläsernen Strippen nur deshalb verlegen, weil zur Zeit noch keine Anschlussgebühren fällig sind. Günstiger Zeitpunkt für eine Investition.

Aber vielleicht verrät mir irgendjemand mal, warum die Gigabits soo wichtig sind. Ich möchtes es einfach nur wissen. Will man denn noch mehr in ein Netz stopfen, das wegen totaler Unkontrollierbarkeit bereits zu einer moralischen Kloake und einem Tummelfeld für Kriminelle geworden ist? Will man noch mehr Daten anhäufen, wo schon jetzt der Umgang damit völlig aus den Fugen gerät und die Gesellschaft von innen her zersetzt?

Optimisten und Pessimisten

Der Optimist sagt: Wie die Jugend mit den völlig ungriffigen Smartphones umgeht, das ist schon eine stramme Leistung. Es ist gut, das Samsung, Apple und Co. die Dinger so unhandlich machen, denn dadurch werden die motorischen Fähigkeiten trainiert und gestärkt.

Der Pessimist sagt: Aber die jungen Leute bekommen bei dem ständigen Getippe und Gewische doch einen krummen Daumen.

Der Optimist sagt: Ja, wozu brauchen die Menschen demnächst noch gerade Daumen?

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Der Optimist sagt: Ist das nicht herrlich? Einfach ins Smartphone reinsprechen, was Weiterlesen

Datenschutz – Kinderschutz

Gestern, am 5.6.2018, ging es über alle Medien: der Kindesmissbrauch in Deutschland und anderswo hat dramatische Ausmaße angenommen. Die Missbrauchspraktiken werden immer brutaler, unmenschlicher, und vor allem werden die Verbrechen an den Kindern zum Ergötzen anderer kranker Menschen gefilmt und ins Netz gestellt. In einem Punkt ist man sich zum Glück schon mal einig: Das Internet spielt eine entscheidende Rolle dabei, und zwar nicht nur, indem es derartige Verbrechen transparent macht, sondern vor allem, indem es den Kindesmissbrauch erheblich fördert. Gerade im Internet (lassen wir den Begriff “Darknet” mal beiseite) ist eine regelrechte Missbrauchsszene entstanden. Die Behauptung, das Internet fördere pädophile Veranlagungen, ist wohl zu weit gegriffen, aber man wird kaum bestreiten können, dass latent vorhandene pädophile Neigungen angeregt werden und ein Ventil erhalten. Genau da wird es ernst, denn das Ausleben von pädophilen Trieben ist Verbrechen an Kindern.

Doch was ist zu tun? Dass man pädophile Menschen heilen kann, ist fraglich, und dennoch ist es Aufgabe der Gesellschaft, die Kinder zu schützen. Folglich muss man Weiterlesen