Das ist doch pervers !

Es tut mir leid, aber ich muss noch mal zu Facebook Stellung nehmen. Wieviel verdient diese Konzern jährlich? Ich weiß es nicht genau, aber es muss ein zweistelliger Milliardenbetrag sein. Ein solcher Gewinn überschreitet alles, was es bisher in der Wirtschaftsgeschichte gab. Automatisch stellt man sich die Frage, womit der Konzern solche gigantischen, alles vorstellbare Maß überschreitende Summen verdienen kann. Die Antwort ist noch beklemmender als die Höhe des Gewinns: mit nichts. Facebook bringt nichts Produktives auf die Beine, außer dass das im Netzwerk gewonnene Wissen um die privatesten Eigenschaften der Benutzer an Werbegeier verschachert wird. Ekelerregend.

Das Perverse an dieser Situation wird besonders deutlich, wenn man Facebook mal mit einem anderen Weltkonzern vergleicht, zum Beispiel Siemens. Was hat dieser Konzern in den mehr als anderthalb Jahrhunderten Firmengeschichte nicht alles Weiterlesen

Damals! – Und heute?

Es ist ein dreiviertel Jahrhundert her, da änderte eine neue Technologie die Verhältnisse auf unserem Planeten: die Kernkraft. Man hatte entdeckt, wie man die gewaltige Einergie, die in wenigen kg Materie steckt, freisetzen kann. Man probierte es aus, in Hiroshima und Nagasaki, und das Ergebnis war die Erkenntnis, dass Atomwaffen eigentlich nur zur Abschreckung oder Drohung geeignet sind. So waren die Atomwaffen mehrere Jahrzehnte lang gleichermaßen Gefahr und Stabilisator.

Später begann die friedliche Nutzung der Atomkraft, indem man die Kettenreaktion bei der Kernspaltung durch Moderatoren auf ein gleichbleibendes Niveau herunterregelte. Ein sensibler Prozess, der ein Höchstmaß an Sicherheitsvorkehrungen verlangt. Aber es gelang, und die Kernkraftwerke versprachen eine tolle Energiezukunft: Weniger Weiterlesen

Sie kommen aus den Löchern gekrochen

Damit meine ich die Zeitgenossen, die bisher völlig unentdeckt ihr hinterhältiges Spiel mit Daten getrieben haben. Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat sie aufgescheucht, immerhin ein Erfolg bei aller Kritik, die man an diesem Gesetzeswerk üben kann.

Da sind zum Beispiel die Cooky-Sammler. Wohlgemerkt, ich denke dabei nicht an die Webseiten, die auf Cookies mehr oder weniger angewiesen sind, also vornehmlich die Online-Shops. Nein, ich meine die vielen, vielen Webseiten, bei denen die Verwendung von Cookies überhaupt keinen Sinn macht, es sei denn, es sollen persönliche Daten gesammelt und ausgewertet werden. Also das, was man getrost als Datenmissbrauch bezeichnen kann. Nach der Datenschutzgrundverordnung müssen die Betreiber von Webseiten nun darauf hinweisen, dass Cookies verwendet werden, und das tun sie auch, wohlwissend, dass andernfalls Sanktionen zu erwarten sind. In einem sind sich alle “Cooky-Seiten” einig: Sie weisen darauf hin und erwarten eine Zustimmung. Ich habe noch keine Seite angetroffen, bei der man auch ablehnen kann. Das sagt einiges, oder? In der Tat, man kann nur verblüfft sein angesichts der vielen Weiterlesen

Muss das Internet weg?

Nach Jaron Laniers Buch “Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst” nun ein zweiter Titel: “Das Internet muss weg” von Schlecky Silberstein. Klar, dass ich mir das Buch umgehend besorgt habe.

Während sich die Forderung Laniers unmittelbar erschließt, irritiert der Titel des Buches von Silberstein. Das Intertnet muss abgeschafft werden? Bei aller Kritik am Netz, einer so totalen Forderung kann ich mich natürlich nicht anschließen. Immerhin hat das Netz einige nützliche Seiten, und diesen Blog habe ich ganz einfach dem Internet zu verdanken. Doch beim Lesen des Buches wird schnell klar: Silberstein (= Christian Brandes) verteufelt nicht das Internet grundsätzlich, sondern das Netz, zu dem es die goßen IT-Konzerne gemacht haben. Das Internet, so wie es sich jetzt darstellt, muss weg, um ein besseres Internet zu ermöglichen. Volle Zustimmung, denn das, was aus dem Internet geworden ist, gehört eigentlich in die Restmüll-Tonne. Und ein Mensch wie ich, der aus Überzeugung das Internet für eine bestimmte Sache nutzt, hat das unbestimmte Gefühl, sich nach jeder Internetbenutzung erst mal waschen zu müssen.

Dass das Netz restlos verdreckt ist, sollte weitgehend bekannt sein. Dabei meine ich Weiterlesen

Kinder, die am Smartphone baumeln

In unserer lokalen Tageszeitung gibt es eine tägliche Rubrik für Kinder und Jugendliche. Sie heißt “Yango” und informiert in verständlicher Form über wichtige Geschehnisse und Aspekte. Heute erschien ein Aufklärungsartikel unter der Überschrift

“Jeder hinterlässt Spuren im Internet”.

In dem Beitrag wird versucht zu erklären, wie die Aktivitäten mit dem Smartphone datenmäßig erfasst und ausgewertet werden. An und für sich eine gute und wichtige Initiative angesichts der Sorglosigkeit, mit der Kinder und Jugendliche sich in den Netzwerken bewegen. Der Autor des Artikels bemüht sich redlich, auf die Folgen der Datenpreisgabe hinzuweisen. Dabei geht er u.a. auf die personalisierte Werbung ein und beschreibt das Verfahren an Hand eines verständlichen Beispiels.

So weit, so gut also. Aber in einem Punkt muss heftige Kritik an dem Artikel geübt werden, und zwar weil geäußert wird, dass es grundsätzlich kein Problem sei, Daten im Internet preiszugeben, sofern sie nicht gegen uns verwendet werden. Dazu wird Weiterlesen

Maßlose Wut

Ja, ich geb’s zu, im Zusammenhang mit den “sozialen” Netzwerken erfasst mich mitunter eine maßlose, kaum noch bezähmbare Wut, so sehr, dass ich mich zusammenreißen muß, um nicht den Monitor vom Tisch zu stoßen oder die Maus an die Wand zu werfen. Dabei bin ich alles andere als ein cholerischer Typ. Doch was ist es eigentlich, was mich so in Rage bringt? Wenn ich im folgenden nur von Facebook spreche, dann meine ich – mit Abstrichen – auch die anderen Plattformen wie Twitter, Whatsapp, Instagram usw.

1. Ist es Facebook?

Keine Frage, Facebook ist ein total kaputtes, völlig falsch konstruiertes System. Der Schaden, den es anrichtet, ist weitaus größer als sein verhältnismäßig bescheidener Nutzen. Und dieser Schaden bezieht sich nicht nur auf die Benutzer, sondern auf die gesamte Gesellschaft, indem es die Grundwerte aushöhlt und demokratischem Verhalten den Boden entzieht. Das Geschäftsmodell, das auf der Erfassung, Analyse und Vermarktung persönlicher Daten beruht, ist einfach nur krank. Die Benutzer sind Weiterlesen

Technik und Menschen

Augmented Reality – ein Verfahren, das neue Sehweisen eröffnen und die Wahrnehmung in völlig neue Dimensionen heben soll. Die schnöde Welt wird angereichert durch virtuelle Elemente, und zwar so, dass die beiden Welten miteinander verschmelzen. Wahrzunehmen ist das Ganze nur mit einer speziellen Brille oder einer Software, die ein Kamerabild modifiziert. Die Realität wird nicht wirklich erweitert, sondern die virtuellen Dinge werden nur vorgegaukelt.

Das Verfahren dürfte vor allem durch das Spiel Pokemon Go bekannt geworden sein. Aber auch im Fernsehen ist Augmented Reality inzwischen verbreitet, z.B. in den Nachrichtenjournalen. Wenn die nette Moderatorin aufsteht und auf ein Gebäude neben sich zeigt, dann ist an der Stelle – nichts. Das Gebäude existiert nur virtuell, und zwar in täuschend echter 3D-Darstellung. Das ist wohl das Phaszinierendste an dem Weiterlesen

Nicht zu fassen

Unvorstellbar, was da in Berlin abgeht. Ein Innenminister, der nach dem Willen der CSU tanzt, stellt Forderungen an die Bundeskanzlerin. Die reist nach Brüssel, um irgendwie von hinten herum etwas Wirkungsgleiches wie die CSU-Forderungen zu erzielen. Typisch Merkel: kitten, zupflastern, Deals auf die Beine stellen. Was für eine Ungeheuerlichkeit. Verdammt noch mal, Merkel ist die Bundeskanzlerin und bestimmt die Richtlinien der Politik! Sie hat nicht nach Seehofers Pfeife zu tanzen, sondern sie hat dem Seehofer zu sagen, wo’s lang geht, und wenn der nicht will – raus mit ihm. Vor allem aber muss den wirklichen Drahtziehern, Dobrindt und Söder, mal unmissverständlich klar gemacht werden, wie in unserem System Politik zu funktionieren hat.

Wie oft hat Merkel schon dieses Wischiwasche-Gehabe an den Tag gelegt, und wieviel Schaden hat sie dadurch schon angerichtet. Vielleicht wäre manches besser gelaufen, wenn sie vor einigen Jahren Rückgrat gezeigt hätte und in Sachen Ausländermaut nicht vor dem kläffenden Dobrindt eingebrochen wäre. Auch eine moderierende Kanzlerin, zunächst eine wohltuende Abwechslung nach dem Macho Schröder, ist nach zwei Legislaturperionen verbraucht. Macht endlich einen Schlussstrich unter die Farce.