Mein digitalisiertes Zuhause

Die Digitalisierung wird alle Lebensbereiche erfassen.

So die Prophezeiung der maßgebenden Zukunftsexperten. Oder ist es einfach nur eine Feststellung? Ist das alles schon unaufhaltsame Realtität? Um das herauszufinden, bin ich einmal durch unsere Wohnung gegangen und habe registriert, was in unserem Zuhause schon digitalisiert ist. Und ich muss sagen: So gut wie alles.

Die Heizung. Alles automatisch, mit Sensoren und digitaler Steuerung. Sicher, an den Heizkörpern muss man noch die analog arbeitenden Thermostaten einstellen, aber sonst? Und wenn die Temperatur mal nicht so passt, dann bestellen wir den Techniker. Der ist Experte und weiß Bescheid, wie wir es wärmer oder kälter bekommen können. Überhaupt ist die Digitalisierung ein Nährboden für Experten.

Der Fernseher. Zwar über Schüssel, aber selbstverständlich digital. Beim Radio ist es ähnlich. Die Telefone. Na gut, die sind noch analog, aber alles davor ist sowas von digital. Der Herd, der Kühlschrank, der Geschirrspüler, die Waschmaschine: klar, alles digital, im Kern jedenfalls. Mein Spielzeug, der PC, ist ebenfalls digital. Wenn ich so überschlage, dann sind etwa 75 – 80 % unseres Haushalts digital. Es waren schon mal mehr Prozent, aber an einigen Stellen sind wir wieder zum Analogen zurückgekehrt, denn nicht überall ist das Digitale überlegen. Zum Beispiel bei Uhren oder Küchenwaagen.

Doch wie steht es bei uns mit der Vernetzung, mit jenem, was im landläufigen Sprachgebrauch ebenfalls mit Digitalisierung gleichgesetzt wird, im Grunde aber etwas ganz anderes ist? Also, diesbezüglich kochen wir auf Sparflamme. Eigentlich haben wir nur das Allernötigste mit dem Internet verbunden, und das soll auch so bleiben. Von meinen zwei Computern hat einer einen Internetanschluss, der aber praktisch nur unter Linux betrieben wird. Hier erledige ich alles, was man so im Internet macht: EMails, ein bisschen Surfen, Pflege der Homepage und dieses Blogs, Softwareinstallation unter Linux. Der andere PC ist normalerweise nicht mit dem Internet verbunden und somit hervorragend für all die privaten Dinge geeignet, z.B. das Bearbeiten von Fotos und Videos oder für den Schriftkram. Da kann keiner herumschnüffeln oder etwas kaputt machen. Dann gibt es noch das Tablet, mit dem wir gelegentlich über WLan ins Internet gehen. Und sicher, das Smartphone gibt es auch noch, aber das liegt meistens in der Ecke und wird relativ selten gebraucht. Das war’s mit der Vernetzung bei uns daheim.

Also, Digitalisierung ja, Vernetzung nur beim Allernötigsten. Und wir wünschen uns, dass dieser Zustand möglichst bestehen bleiben kann. Denn ohne Digitalisierung geht es kaum noch, ohne Vernetzung jedoch jervorragend. Da vermissen wir praktisch nichts. Absolut nichts.