Falsch aufgehoben

Wie man sich doch in Menschen täuschen kann! Zwei Beispiele.

Da ist der Donald Trump, dieser Politrüpel im weißen Haus, der seinen ganzen Ehrgeiz darin legt, das Gute in der Welt zu zerstören. Dass der Kerl lügt wie gedruckt – geschenkt. Dass er sich wie der Messias einer sich falsch verstandenen, eher simpel gestrickten Fangemeinde aufspielt – geschenkt. Dass dieser Mensch aber reihenweise Verträge bricht, dass er nicht mal davor zurückscheut, andere Staaten zu erpressen, dass er dabei noch die Souveränität anderer Staaten mit Füßen tritt, das darf doch nicht ohne Sanktionen bleiben! Das sind doch kriminelle Aktionen, und von daher müsste sich ein Staatsanwalt um ihn kümmern.

Dachte ich bisher. Doch vor kurzem geschah etwas ganz Schlimmes. Nachdem einer seiner Anhänger, ein glühender Antisemit, in einer Synogoge mehrere Menschen erschoss, verkündete Donald doch alles Ernstes, das wäre weniger schlimm ausgegangen, wenn die Menschen in der Synagoge bewaffnet gewesen wären. Man muss sich das mal vorstellen: Ständer für die Sturmgewehre in einem Gotteshaus, der Rabbiner mit Colt im Schulterhalfter. Diese Auffassung ist so abartig, so krank, dass ich meine Meinung über Trump revidiere. Nein, er gehört nicht vor den Staatsanwalt, er gehört in die Psychiatrie, geschlossene Abteilung. Oder in die Forensik, wegen seinem Hang zu kriminellen Aktivitäten.

Noch ein zweites Beispiel. Da ja die Digitalisierung von den Politikern parteiübergreifend als dringendste Aufgabe gesehen wird, hat man den Job einer Staatsministerin für Digitalisierung geschaffen. Ausgewählt für diesen Posten ist Dorothee Bär von der CSU. Eine leidenschaftliche Digitalisiererin, in der Tat. Ausbau und Verwendung des Internets können nicht schnell und weit genug gehen, so Dorothees glühende Appelle. Sicherheitsbedenken? Datenschutz? Manipulation in den digitalen Netzwerken? Kein ernsthaftes Thema für die Staatsministerin. Eigentlich müsste diese Frau mal ein intensives Seminar in Sachen staatsbürgerlicher Verantwortung absolvieren.

Dachte ich bisher. Nun outete sich Dorothee als eine Person, die von morgens bis abends kurz vor dem Schlafengehen am Smartphone hängt. Nur nachts hätte sie es nicht in der Hand. (Klar, liegt wahrscheinlich auf dem Nachttisch.) Nein, die Frau braucht keine staatsbürgerliche Nachhilfe, sie gehört in den Entzug. Ihr Nachfolger könnte sich ja um ein neues Berufsprofil kümmern, so etwas wie einen Therapeuten für internetgeschädigte Menschen. Das wäre die Aufgabe eines Staatsministers für Digitalisierung.