In eigener Sache

Dieser Blog ist zwar nicht Bestandteil meiner Webseite (nur lose verlinkt), aber ich möchte hier denselben Text veröffentlichen wie auf meiner Internetseite (http://www.txhome.de):

Gelegentlich wird bemängelt, dass diese Webseite noch nicht mit dem HTTPS-Protokoll arbeitet, und in einigen Browsern wird die Seite sogar als “unsicher” markiert. Das führt womöglich dazu, dass etliche Interessenten verschreckt werden und sich gar nicht erst auf meine Webseite begeben. Das wiederum macht die enorme Arbeit, die ich investiere, irgendwie überflüssig. Und somit stehe ich vor einer Entscheidung: Soll ich die Website “sicher” machen, obwohl ich das für den falschen Weg halte, oder soll ich den ganzen Kram einfach in die Tonne schmeißen und mich vom Internet verabschieden? Meine Internetseite ist nicht die erste mit Leidenschaft gestaltete Amateurseite, die der Kommerzialisierung des Internets weichen muss.

Dabei gibt es auf dieser Seite nichts, absolut nichts, was einen Umstieg auf das HTTPS-Protokoll erforderlich machte: Keine Werbung, keine eingebunden Skripte, keine nachzuladenden Ressourcen wie Fonts usw., kein Gästebuch, kein Kommentarangebot, keine Cookies (natürlich nicht), kein Zugriffszähler usw. Also all das, womit “kommerziell” arbeitende Webgestalter ihre Produkte auf Effekthascherei, auf Datensammelei und – nebenbei angemerkt – auf Unübersichtlichkeit trimmen, ist auf meiner Internetseite nicht vorhanden. Es gibt hier nur den reinen HTML-Text sowie die CSS-Datei, beides von jedermann einsehbar. Es wurde nicht einmal ein komfortabler Web-Editor benutzt, weil diese Programme dazu neigen, ihre eigenen, nur schwer zu durchschauenden Strukturen in die Seiten hineinzubasteln. Als Werkzeug benutze ich nur einen reinen Texteditor wie gedit oder Geany.

Und die fehlende Verschlüsselung? Warum, zum Henker, soll ich die Inhalte meiner Webseite verschlüsseln, wenn sie doch für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt sind? Und Besucherdaten, die geschützt werden müssten, gibt es einfach nicht, wie ich oben schon ausführte. Das Problem ist nicht das Fehlen von fragwürdigen Schutzmaßnahmen (gekaufte Zertifikate), sondern das Bestreben anderer Webseitengestalter, alles Denkbare in die Internetseiten hineinzupacken, wodurch erst die Unsicherheit entsteht und weshalb man glaubt, den Internetverkehr mit immer mehr Schutzmaßnahmen absichern zu müssen. Schutzmaßnahmen, die ihrerseits wegen ihrer Undurchschaubarkeit eine weitere Gefahr mit sich bringen. Dass der beste Schutz durch Einfachheit und Übersichtlichkeit zu erreichen ist, passt leider nicht ins Weltbild fortschrittlicher Internetarbeiter.

Im Gegenteil, Wie unter einem Zwang wird alles in die Seiten hineingebuttert, was technisch möglich ist. Weniger wäre das Eingeständnis, die Webseitengestaltung nicht zu beherrschen. Der Sinn der Web-Elemente spielt eine untergeordnete Rolle. Anschauliches Beispiel sind die Cookies. Seit Bestehen der Datenschutzgrundverordnung muss ja angezeigt werden, dass Cookies verwendet werden. Bezeichnend: Bei etwa 10-20 % der Webseiten sind Cookies sinnvoll, doch mehr als 90 % aller Seiten benutzen Cookies. Die Digitalisierung unter der Leitung von Google und Komplizen zwingt den größten Teil der Web-Entwickler in gehorsamen Gleichschritt. Und gestaltet den Gleichschritt durch die Bereitstellung von tollen Werkzeugen sehr komfortabel. Wer will da nicht folgen?

Ich zum Beispiel. Ich werde wohl nicht folgen.

Fazit: In zunehmendem Maße werden sichere Seiten als unsicher gebrandmarkt, nur weil sie dem Trend nach mehr Kommerzialisierung nicht folgen wollen oder können. Ich wiederhole: Maßgeblich daran beteiligt sind Konzerne wie Google, die mit dem Internet gigantische Geldsummen verdienen und denen sehr daran gelegen ist, dass das Web nicht zu amateurlastig wird. Mit Amateurseiten kann Google nämlich in der Regel kein Geld verdienen, etwa mit Werbeeinnahmen. Es ist zum Kotzen, nicht zuletzt deshalb, weil unbedarfte Zeitgenossen sich von pauschalen Sicherheitswarnungen leiten lassen und nicht imstande sind, die infame Strippenzieherei in den Leitständen des Internets zu durchschauen. Geld, Geld, Geld …