Die neuen Menschen

“Wir müssen uns gezielt GENTECHNISCH verändern, wenn wir weiter existieren wollen”

So die Überschrift eines Artikels in unserer Tageszeitung (IVZ), veröffentlicht mit “freundlicher Unterstützung von DIE WELT”. Es handelt sich dabei um ein Interview des Forschers und Buchautors Jamie Metzl, der beim Atlantic Council in Washington D.C. arbeitet. Die Thesen, die Metzl vertritt, sind ganz schön aufwühlend, und ich kann sie auch nicht widerspruchslos hinnehmen. Doch bevor ich dazu Stellung nehme, eine Auflistung der wichtigsten Thesen:

  1. Die künftigen Eltern besprechen mit dem Arzt die Ergebnisse des genetischen Screenings der Eizellen, Spermien und Embryos und entscheiden, welche aussortiert, welche genchirurgisch bearbeitet und welche engepflanzt werden sollen.
  2. Die Reproduktion durch Sex wird in naher Zukunft als unnötiges Risiko gesehen. Bei künstlicher Befruchtung im Labor besteht die Chance, durch Selektion und gezielte genchirurgische Eingriffe schwere Krankheiten auszuschließen.
  3. Die Gesundheitsversorgung wird sich verändern, und zwar tiefgreifend. An die Stelle der derzeitigen generalisierten Medizin wird ein System der personalisierten Medizin treten.
  4. Die Bevölkerung ist zur Zeit noch nicht hinreichend auf die genetische Revolution vorbereitet. So gibt es in den USA die hinderliche Debatte um Abtreibungen, und in Europa “schnappt ein irrationaler Reflex bei der Debatte um gentechnisch veränderte Lebensmittel”.
  5. Bei der Anwendung der Gentechnologien muss sehr behutsam vorgegangen werden, insbesondere bei Umgang mit der Gen-Schere und den damit verbundenen Gefahren der Off-Target-Effekte, bei denen es zu unbeabsichtigten und potenziell gefähhrlichen Mutationen kommen kann.
  6. Die zukünftigen Menschen müssen als interstellare Spezies gesehen werden, und damit sie außerhalb unseres Planeten lebensfähig werden, ist eine gentechnische Veränderung unerlässlich.

Die wohl schwerwiegendste Aussage betrifft die Evolution des Menschen, in die die “gentechnische Revolution” ja erheblich eingreift:

7. Über Milliarden Jahre hinweg hat sich das Leben auf der Erde durch zufällige Mutation und natürliche Selektion entwickelt. Aber jetzt übernehmen die Menschen zum ersten Mal die Kontrolle über die Hebel der Biologie und ihr eigenes Design.

Soweit die wichtigsten Thesen und Forderungen von Jamie Metzl. Was für viele Vertreter der modernen Wissenschaft inzwischen normales Denken ist, löst bei Menschen, die neben dem wissenschaftlichen Fortschritt noch andere Kriterien und Ziele im Blick haben, Befremden und Ablehnung aus. Ach bei mir. Die Beobachtung, dass viele Forscher sich nur noch an einem pragmatischen Fortschrittsgedanken orientieren, ist meines Erachtens bestürzend. Müssen wir wirklich so weit gehen, um das Überleben zu sichern? Und was ist das dann für ein Überleben – also Leben? Ist das noch Leben, wenn es nur um biologisches Funktionieren geht?

Tatsächlich schimmert hier die Arroganz moderner Wissenschaftler durch, die meinen, alles zu wissen und somit alles steuern zu können. Die Menschen sollen die Kontrolle über ihr eigenes Design übernehmen – welch eine Anmaßung! Wie in der modernen Digitalwelt, in der mittels künstlicher Intelligenz neue Wesen geschaffen werden sollen, ist auch der Traum von der Schaffung einer neuen Menschenrasse mit gentechnischen Mitteln Zeichen dieser Arroganz. Alles wissen – alles können. Selbst eine Entwicklung von Milliarden Jahren glauben viele Wissenschaftler einfach so umgestalten zu können, innerhalb weniger Jahre, nur weil das Wissen explodiert.

Doch selbst ein extrem aufgeschlossener Wissenschaftler wie Jamie Metzl treibt nicht nur an, sondern mahnt gleichzeitig zur Besonnenheit. Er ahnt durchaus die Gefahren, die in der Gentechnik stecken. Keine Frage, es kann zu ungewollten Mutationen kommen, die erst dann erkannt werden, wenn die Vererbung schon so weit fortgeschritten ist, dass es kaum noch einen Weg zurück gibt. Insofern sind die Bedenken kein “irrationaler Reflex”, wie Metzl es bezeichnet, sondern Ausdruck berechtigter Sorgen.

Dennoch sind derartige Gefahren eher technischer Natur und berühren nicht die ethische Kernfrage, die dahinter steht. Wer Menschen nach seinen Wünschen und Vorstellungen (designen) gestalten darf – wohlgemerkt nicht durch Erziehung, sondern bereits bei der künstlichen Zeugung -, der erhält gleichzeitig das Recht, sein Produkt, wenn es misslingt, zu zerstören. Herrschaft über Leben und Tod, das gehört zusammen. Die Selektion unerwünschter Produkte wird dann nicht nur im embryonalen Zustand durch Abtreibung vorgenommen werden. Wenn die gentechnische Gestaltung des Menschen Normalität werden sollte, dann wird bald ein einklagbares Recht auf gelungene Produkte gefordert werden, mit dem gleichzeitigen Recht auf Schadensersatz und der Einklagbarkeit der Unkosten für die Entsorgung.

Instrumentalisierung

Nachdem im Frankfurter Bahnhof das furchtbare Verbrechen geschah, da war bereits abzusehen, dass es instrumentalisiert werden würde. Und da der Täter ursprünglich in Eritrea zu Hause war, konnte man die Reaktion der AfD schon veraussehen – obwohl die Tat nichts mit der Tatsache zu tun hatte, dass der Täter einen Migrationshintergrund hat. Aber in solchen Fällen ist die AfD sofort zur Stelle, um die Tat für ihre fragwürdigen Ziele zu instrumentalisieren. Dass die AfD in diesem Fall schon zu ihrem gewohnten Argumentationsschema griff, bevor man überhaupt Näheres über den Täter wusste (außer der dunklen Hautfarbe), ist gleichermaßen widerlich wie peinlich. Doch die Peinlichkeit berührt viele Vertreter der AfD nicht; sie sind zu sehr in ihrem dumpfen Nationalismus gefangen.

Gelegenheit, mal etwas über Instrumentalisierung nachzudenken. Wenn zum Beispiel die Grünen eine Umwelt- oder Wetterkatastrophe zum Anlass nehmen, den Klimawandel anzumahnen, ist das mit Sicherheit keine Instrumentalisierung, denn das Ereignis steht in einem unmittelbaren, kausalen Zusammenhang zu den Zielen der Partei. Instrumentalismus liegt nur vor, wenn sachfremde Bezüge oder Argumente eine Rolle spielen.

Man kann es auch so formulieren: Bei einer Instrumentalisierung ist es oft so, dass man sich über ein schlimmes Ereignis freut, weil es sich für eigene Zwecke einspannen lässt. Natürlich zeigt man die Freude nicht, sondern heuchelt Entsetzen. Aber aus der Wortwahl und der Körpersprache derjenigen, die instrumentalisieren, lässt sich leicht herauslesen, wie sie wirklich zu dem Ereignis stehen.

Im übrigen hat es im Zusammenhang mit dem Frankfurter Bahnsteigmord einen weiteren Fall von Instrumentalisierung gegeben. So nahm Horst Seehofer die Tat zum Anlass, eine Grenze zur Schweiz errichten zu wollen. Der farbige Mörder ist ja Schweizer Bürger. Diesen Zusammenhang zu konstruieren, ist einfach nur erbärmlich. Aber hat nicht auch die CSU eine gewisse Tradition, was Instrumentalisierung betrifft? Ist nicht das Argument, man müsse die Ausländer um der Gerechtigkeit willen an den Straßenkosten in Deutschland beteiligen, ist nicht überhaupt die PKW-Maut für Ausländer eine Instrumentalisierung? Geht es nicht in Wirklichkeit um Argumente, die Grenze zu Österreich dicht zu machen und vor allem um die Absicht, mit der Maut ein lückenloses Überwachungssystem im Straßennetz aufzubauen?

Sicherheitsdebatte

Nachdem im Frankfurter Bahnhof das furchtbare Verbrechen geschah, da war schon abzusehen, dass mal wieder der Zeitpunkt für eine Sicherheitsdebatte erreicht war. Wie immer bei solchen schlimmen Ereignissen konnte man schon verlässlich vorhersagen, dass spätestens am Tag darauf die Medien das Sicherheitsproblem aufgreifen werden. Je schlimmer das Verbrechen, je ohnmächtiger die Gesellschaft gegenüber solchen Taten, desto stärker ist die Neigung, die Schuld bei Behörden oder Sicherheitsorganen zu suchen. Man braucht halt einen Schuldigen, der greifbar ist.

Prompt wurde im Frankfurter Fall diskutiert, ob man die Bahnsteige nicht durch Schranken schützen solle, Schranken, die erst nach Stillstand eines Zuges geöffnet werden. Unser oberster Sicherheitspolitiker, Horst Seehofer, zeigte sich für solche Lösungen aufgeschlossen: Wenn es um die Sicherheit gehe, dürften die Kosten keine Rolle spielen.

In der Tat, solche Barrieren an allen Bahnsteigen sind wohl die Lösung. Sie müssen natürlich hoch genug sein, damit perverse Verbrecher keine kleinen Kinder rüberschmeißen können. Also die Luxusversion mit Rüberschmeißsperre. In dem Zusammenhang fällt mir ein, dass es 2016 in Hannover mal einen Fall gegeben hat, wo ein Jugendlicher eine ältere Frau auf die Straße gestoßen hat, direkt vor einen Bus. Und einige Wochen später gab es einen ähnlichen Fall in Mannheim. Wie Seehofer schon erwähnte, wenn es um die Sicherheit geht … Warum bringen wir nicht an allen Straßen Sicherheitsbarrien mit Rüberschmeißsperre an? Und an allen Kanälen und Flussufern? Die Gitter an den Straßen können an den Kreuzungen ja Tore haben, die entsprechend der Ampelphasen automatisch geöffnet und geschlossen werden. In Zeiten der Digitalisierung sollte das doch möglich sein, oder?

Jetzt mal Ironie oder Sarkasmus (oder wie ihr es nennen wollt) beiseite: Leute, merkt ihr eigentlich gar nicht, wie dumm und peinlich solche Sicherheitsdebatten sind? Peinlich ist auch die Ernsthaftigkeit, mit der einige Moderatoren im Fernsehen die Sicherheitsfrage aufwarfen. Zum Glück ebbt die Diskussion nach einigen Wochen ab – wie immer. Bis zum nächsten Fall. Vielleicht wirft ein Verrückter einen Backstein aus einem Fenster im 3. Stock, genau in dem Moment, wo ein Passant vorbeigeht. Patsch – mausetot. Was tun? Gitter vor allen Fenstern (außer denen im Erdgeschoss) und natürlich Registrierung der Backsteinbesitzer. Wenn’s um die Sicherheit geht …

Unersättlichkeit

Einstein hat einmal sinngemäß gesagt, unser Planet weine der Menschheit keine Träne nach, wenn sie sich in ihrem Fortschritts- und Technikwahn einmal selbst auslösche. Man kann es auch etwas anders herum formulieren: Wenn die Menschheit ihre Erde unbewohnbar gemacht hat, dann ist niemand mehr da, der dem Planeten eine Träne nachweinen kann.

Kürzlich gab es einen Tag, der den übermäßigen Resssourcenverbrauch zum Thema hatte. Klar, kann nicht schaden, einmal daran zu denken, dass die Menschheit weit über ihre Verhältnisse lebt. Und dann? Wird weitergemacht. Wir können ja nicht unsere Wirtschaft, die unseren Wohlstand schafft, ausbremsen. Wir können ja nicht unsere Mobilität einschränken, zumal sie durch die Digitalisierung immer wichtiger wird und noch kräftig gesteigert werden muss. Usw. Nee, das geht alles nicht, und im übrigen bemühen wir uns ja auch – im Rahmen unserer Möglichkeiten. Und wenn jeder an sich arbeitet …

… dann kommen wir trotzdem keinen entscheidenden Schritt weiter. Dann können wir trotzdem in 40 Jahren eine einigermaßen verlässliche Prognose aufstellen, ob die Menschheit dann noch 100 Jahr schafft oder (wahrscheinlicher) nicht mehr. Die Lösung liegt mit Sicherheit nicht in der Installation von immer mehr Technik, denn das, was wir landläufig als Fortschritt betrachten, ist vielfach ein schnelleres Fortschreiten Richtung Kollaps unseres Planeten. Denken wir nur daran, was beispielsweise der Fortschritt im Verkehrswesen bisher bewirkt hat: hauptsächlich einen explosiven Anstieg des Verkehrsaufkommens mit entsprechender Steigerung des Ressourcenverbrauchs. Oder, anderes Beispiel: Den Fortschritt, den die Kernenergietechnik versprach (man versprach sich verdammt viel davon), erforderte in Wirklichkeit ein Zurückschreiten.

Eine Tatsache, die viel zu wenig beachtet wird, ist, dass jede Energieform mit einem Ressoucenverbrauch verbunden ist. Selbst die hochgelobte Elektromobilität erfordert einen hohen Preis, denn die Herstellung und vor allem Entsorgung der Batterien sind hochproblematisch. Undl die Stromerzeugung? Selbst die Windenergie ist nicht ganz ohne Probleme, denn das Material, aus dem die Flügel hergestellt werden, kann keinem Recycling zugeführt werden. Zwar ist der Müll nicht so kritisch wie etwa Atommüll, und vielleicht findet man ja ein günstigeres Material, aber das Beispiel zeigt, dass bei einem euphorisches Anhimmeln von neuer Technik oft die Nachteile übersehen werden.

Wenn wir uns nicht durchringen können, die Kernprobleme an den Wurzeln zu packen, wird die menschliche Gesellschaft einem totalen Kollaps entgegensteuern. Eine der Wurzeln, vielleicht die dickste, ist die Überbevölkerung. Da gibt es nichts herumzuinterpretieren, die Vermehrung der Population unterliegt exponentiellen Gesetzmäßigkeiten. Und wenn der Faktor größer als 1 ist, also auf Vermehrung steht, dann wird die Bevölkerungszunahme immer schneller erfolgen und am Schluss ganz schnell alle Grenzen sprengen. Zwar geht die Vermehrung in der pflanzlichen oder tierischen Welt ebenfalls exponentiell vonstatten, aber hier gibt es bremsende Einflüsse wie natürliche Feinde, Begrenzung der Lebensräume oder Nahrungsknappheit. Menschen können diese moderierenden Faktoren nicht akzeptieren, sondern setzen im Gegenteil alles dran, um sie so weit wie möglich zu überwinden.

Was also tun? Steuerung der Nachkommengewinnung, etwa nach chinesischem Muster mit Einkind-Ehen oder ähnlichem? Na ja, es hat sich gezeigt, dass derartige Maßnahmen nicht der große Hit sind; damit sind zu viele unerwünschte Nebeneffekte verbunden. Nach meiner Meinung gibt es nur ein wirklich bewährtes Mittel. Wenn wir uns nämlich umschauen, dann wächst die Bevölkerung überall dort am geringsten (oder sie schrumpft sogar), wo freie, demokratische Verhältnisse und allgemeiner Wohlstand herrschen. Es muss also das Anliegen der gesamten Menschheit sein, in allen Ländern für solche Verhältnisse zu sorgen. Aber dass das gelingen kann, ist mehr als zweifelhaft. Schuld darin ist nicht das Fehlen von Ressourcen vor Ort, sondern schlicht und ergreifend die Tatsache, dass in mehr als der Hälfte aller Länder Verbrecher und Dreckschweine regieren, die den Wohlstand in ihren eigenen Taschen anhäufen oder ihre Machtgier genüsslich ausleben. Inzwischen hat eine zivilisierte Form solcher Gangster auch von Nationen Besitz ergriffen (mit Hilfe der Wahlbevölkerung) , die bisher als sicher und fortschrittlich galten.

Krieg? Von Zeit zu Zeit mal den einen oder anderen Staat ganz auslöschen? Na gut, schon der Gedanke daran ist zynisch. Aber wir sollten darüber im klaren sein, dass es Überlebenskriege geben wird, wenn der Planet für die Bevölkerung zu klein wird. Wenn nicht Millionen, sondern Milliarden in die Wohlstandsländer flüchten, dann haben wir Krieg. Vielleicht sollte man vorher aktiv werden und die genannten Verbrecher und Dreckschweine mit Gewalt entmachten. Sicher, das wird dann als Einmischung in die inneren Angelegenheiten bezeichnet werden, aber kann man noch von inneren Angelegenheiten sprechen, wenn Flüchtlingsströme das Land verlassen und anderswo für Probleme sorgen?

Ich habe mich ein wenig an der Überbevölkerung festgebissen; dabei wollte ich noch weitere Belastungsfaktoren für unseren Planeten erörtern. Der Beitrag wird zu lang, deshalb zähle ich nur einige der Ursachen auf:

– Überzogene Mobilität,
– falsche Auffassung von Globalität,
– weltweiter Brutalkapitalismus,
– Materialverschwendung und falsches Material,
– Verklumpung der marktwirtschaftlichen Kräfte,
– Destabilisierung und Wertverfall durch Digitalisierung usw.

Alle haben das Potenzial, die menschliche Gesellschaft bzw. den Planeten kollabieren zu lassen. “Keine Sorge, das werden die Menschen schon richten”, höre ich die beschwichtigenden Einwände. Ich schaue also genauer hin und suche nach Anzeichen, dass die Menschheit sich auf bessere Wege begibt. Ich finde keine.

 

Erpresssung im Internet

Dass ich das Intenet für einen Nährboden für Kriminalität und sonstigen Schmutz halte, habe ich schon seit Jahren immer wieder kundgetan und begründet. Nun ein ganz konkretes Beispiel in Form einer Mail, die ich diese Tage erhielt. Ich gebe den Inhalt hier komplett wieder (Keine Sorge, Links und ähnliches sind nicht dabei, nur reiner Text):

Ich schreibe Ihnen, weil Ich ʍalwаre auf die Ƿorno-Website
gesetzt habe, die Sie besucht haben.

Mein Vίrus hat all Ihre persönlichen Daten gesammelt,
und hat Ihre Kаmerа während Ihrer ʍasturbation eingeschaltet.

Ich muss zugeben, Sie sind sehr pervers…..

Zudem hat die Software Ihre Kontakte kopiert.
Ich werde das Videо löschen, wenn Sie mir 2.000 EUR in Bitcoin zahlen.
2.000 EUR = 0.1930829 BTC

Dies ist Adresse für die Zahlung :37yuSwKdyuPCaRTdkDCGr44ehRbWu2TScR

Wenn Sie die Zahlung nicht innerhalb von 48 Ştunden abschicken,
werde ich dieses VΙdeo an alle Ihre Freunde und Bekannten schicken.
Ich weiß, wo Sie wohnen.

Ich gebe Ihnen 48 Ştunden für die Zahlung.

Es ist nicht notwendig, mir zu sagen,
dass Sie mir das Geld geschickt haben.

Diese Adresse ist mit Ihnen verknüpft, mein System wird alle Daten
nach der Übertragung automatisch löschen.

***********************************************
Senden Sie sofort 2.000 EUR (0.1930829 BTC) an diese Adresse:

0.1930829 BTC
an diese Adresse:

37yuSwKdyuPCaRTdkDCGr44ehRbWu2TScR
(Kopieren Sie es und fügen Sie es ein)
***********************************************

1 BTC = 10.380 EUR also senden Sie 0.1930829 BTC
an die oben genannte Adresse..

Wenn Sie nicht wissen, wie man Bitcoin sendet, googeln Sie es.

Sie können die Polizei einschalten, aber niemand wird Ihnen helfen können.
Wenn Sie versuchen, mich zu verarschen, werde ich das bemerken!

Ich lebe nicht in deinem Land. Also wird man mich auch
nach 9 Monaten nicht finden können. Bis bald. Denken Sie an die Schande und dass Sie ruiniert werden können.

Anonymer Hɑcker

Möglicherweise haben Sie, lieber Leser eine gleich- oder ähnlichlautende Mail erhalten, vielleicht auch nicht. Jedenfalls ist die Mail extrem aufschlussreich:

  • Keine persönliche Anrede, also ist die Drohung, meine persönlichen Daten zu verwenden, schlichtweg Quatsch. Wahrscheinlich Massenmail.
  • Der Absender weiß wohl nicht, dass ich Pornoseiten einfach nur widerlich finde und ganz bestimmt was Besseres zu tun habe, als Sexualität in der widerlichsten Form zu “genießen”.
  • Der Absender droht damit, ein Video zu veröffentlichen, das mich beim Masturbieren zeigt. Wenn er nicht anonym wäre, könnte ich ihn darüber aufklären, dass ich mein Smartphone nur unterwegs zum Telefonieren benutze, dass ich keine Apps installiert habe, die auf die Kamera zurückgreifen, und dass an keinem meiner Computer eine Kamera installiert ist. Wow, wie will der Dreckskerl dann filmen?
  • Der Scheißer will meine Kontakte kopiert haben. Toll, wie will er es machen, wenn ich keine Kontaktliste angelegt habe? Bei mir werden keine Mails an mehrere Personen gestreut, da gibt es nur die Einzeladressierung, und dazu gebraucht man wiederum keine Kontaktliste. Und um Facebook & Co mache ich immer schon einen Bogen, einen Riesenbogen mit einem Radius von einem Lichtjahr.

Was mich überrascht, ist die Tatsache, dass der Absender im Klartext als Erpresser auftritt und seine dreckigen, kriminellen Absichten nicht mal vertuscht. Möglich macht dieses wiederum die kryptische Bitcoin-Währung. Es wird einmal mehr klar, wie kaputt diese künstlichen Währungen sind. Bitcoin – von Internet-Enthusiasten hochgelobt, nicht zuletzt wegen der dahinter stehenden Blockchain-Technik, und doch ein zerstörerisches Machwerk. Bitcoin ist die Währung, die zum Darknet und zu Geldwäsche-Unternehmen passt, die im Grunde aber niemand, der lautere Absichten hat, wirklich braucht. Klartext: Bitcoin ist etwas für Spekulanten und Kriminelle. Selbst die clever ausgedachten Blockchains sind mehr als bedenklich, denn sie blähen das Datenaufkommen exposiv auf. Schon jetzt kostet die Speicherung von Blockchain-Daten so viel Energie, dass die Sache ökologisch bedenklich wird.

Nein, wenn einem jemand mit einem unverhohlenen Erpressungsversuch so dicht auf die Pelle rückt, dann kann man sich schon angeekelt abwenden, und zwar vom ganzen Internet. In der Tat, in meinen Augen ist das Internet nicht die Verheißung einer besseren Zukunft, sondern zunächst mal ein gefährlicher, stinkender Sumpf. Der wird auch nicht durch Start-upper mit legalen Geldmachabsichten trocken gelegt.

Da ich eine klare Haltung gegenüber dem Internet habe [1], kann ich so eine Mail getrost in den Mülleimer stoßen. Doch leider treffen wahrscheinlich die Erpressungsgründe auf eine Menge von Leuten zu, oder sie sind sich zumindest unsicher. Wie sollen die auf eine solche Mail reagieren? Was geht dann in ihnen vor? Der Absender würde sich kaum die Mühe machen, solche Mails zu versenden, wenn er nicht wüsste, dass er bei machen Empfängern den Nagel auf den Kopf trifft. Hier wird einmal mehr deutlich, dass der exzessive Umgang mit dem Internet und der Leichtsinn im Umgang mit persönlichen Daten eine ungemein zerstörerische Wirkung entfalten können. Wenn das Internet nicht von Grund auf neu strukturiert wird, was eine wesentlich sparsamere Benutzung einschließt, dann kann man für die Zukunft nur schwarz sehen. Und das nicht nur wegen der Erpressungs-Mails.

[1] Wozu auch gehört, dass ich fast alle privaten Dinge nur auf einem Rechner erledige, der nicht mit dem Internet verbunden ist. Aber das kann ja der Erpresser nicht wissen, er sieht nur die vielen Benutzer, die unbekümmert am Rande des Sumpfes picknicken.

Ausgewogen fleischlos

Wir gehören zu denjenigen, die regelmäßig Fleisch essen, wenngleich nicht besonders viel. Dreimal in der Woche so etwas wie eine Bratwurst, eine Scheibe Leberkäs oder einige Fischstäbchen. Und natürlich Aufschnitt auf dem Brot. Ich finde es einfach normal, in Maßen Fleisch zu essen. Gleichwohl kann ich verstehen, wenn einige Leute vegetarisch leben, sei es, dass sie etwas gegen die Massentierhaltung haben; sei es, dass sie an die Vorgänge im Schlachthof denken; sei es, dass sie zuviel Fleichschkonsum für umweltschädlich halten; oder sei es, dass sie sich vor Fleisch ekeln, wenn sie daran denken, dass der Braten mal lebendig war.

Vegetarisch zu leben ist also ok. Wenn allerdings eine progressive Mutti ein ausschließlich vegetarisches Nahrungsangebot für die Schulküche fordert und dabei noch von “ausgewogener” Ernährung spricht, dann hakt es bei mir ein wenig aus.. Als “ausgewogen” kann man eine rein pflanzliche Ernährung nicht bezeichnen. Auf die gesundheitlichen Aspekte will ich hier gar nicht eingehen; gesundheitliche Argumente werden schon hinreichend zur Steuerung von Lebensweisen ins Feld geführt.

Womit ich jedoch arge Probleme habe, das sind die Veganer. In meinen Augen sind sie eine fundamentalistiche Sekte, und die Ausbreitung macht mir Angst. Vegane Ernährung ist eine Masche, die immer beliebter wird. Dabei kann ich einfach nicht kapieren, was der Verzicht auf Lederschuhe oder Wollpullover mit Ernährung zu tun hat. Der totale Verzicht auf alle tierische Produkte lässt sich allerdings nicht wirklich begründen, und die vegane Ernährung scheint so eine Art Plattform darzustellen, auf der man sich argumentativ sicher fühlt.

Wie absurd das Veganer-Unwesen in Wirklichkeit ist, wurde vor einiger Zeit in einer TV-Reportage deutlich. Da wurde von der rasanten Ausbreitung des Veganertums in Großbritannien berichtet, und exemplarisch wurde ein Restaurant oder Hotel vorgestellt, das völlig vegan ausgerichtet ist. Der Wirt erzählte stolz, dass selbst seine beiden Hunde vegan ernährt würden.

Mal ehrlich: Gibt es ein anschaulicheres Beispiel für Abartigkeit? Es gehört zur Art des vom Wolf abstammenden Hundes, dass er sich vorwiegend von Fleisch ernährt. Dieses zu missachten, ist im wahrsten Sinne des Wortes abartig – pervers. Ich denke, indem so etwas praktiziert wird, entlarvt man das gesamte Veganer-Unwesen als pervers. Abgesehen davon haben die Veganer noch eine Riesenaufgabe vor sich: Sie müssen den Meisen beibringen, keine Raupen und Larven zu fressen, und sie müssen die Serengeti durchkämmen und Zebras, Gnus und Antilopen vor den dort hausenden Löwen in Sicherheit bringen. Dann spuckt mal in die Hände und legt eure Katze an die Leine, denn die will partout nicht auf Mäuse verzichten.

 

Missbrauch

Ich will hier nicht groß in die Diskussion rund um die Missbrauchsfälle an Kinder einsteigen, nur so viel: Es ist schon richtig, dass endlich die Opfer in den Vordergrund rücken. Dabei dürfen aber die Täter nicht in den Hintergrund gerückt werden, denn die Aufarbeitung der Täterschaft ist wichtig, um zukünftigen Missbrauch möglichst weitgehend zu verhindern. Im übrigen geht es nicht nur darum, “Vertrauen wieder zu gewinnen”, wie allerorten angemahnt wird. Was die Kirchen betrifft, so geht es vor allem darum, den vielen Gläubigen, die in der Kirche Orientierung und Lebenssinn sahen und nun den Boden unter den Füßen verloren haben, wieder aufzurichten. Auch das sind Opfer.

Aber zu den Tätern. Ihre Neigung nennt man Pädophilie, und so unangenehm die Erkenntnis auch sein mag: Das ist keine Krankheit, sondern eine sexuelle Orientierung. Heute sind alle sexuellen Orientierungen erlaubt und werden außerdem als normal eingestuft. Insofern müssen wir auch pädophile Neigungen als normal einstufen.

Der entscheidende Punkt dabei ist der Umgang mit Partnern. Grundsätzlich gilt, dass sexuelle Handlungen mit Partnern auf beiderseitigem Einverständnis beruhen müssen, egal ob es sich um Geschlechtsverkehr in der Ehe oder um irgendeine Art von sonstiger Beziehung handelt. Aber, und das ist wohl das Entscheidende: Pädophile haben keine erlaubten Partner, können sie auch nie haben, denn Kinder sind für sexuelle Handlungen grundsätzlich tabu. Ohne Ausnahme. Es kann auch seitens eines Kindes nie ein Einverständnis geben, weil Kinder gar nicht in der Lage sind, ihr Einlassen auf sexuelle Handlungen richtig einzuordnen.

Insofern bleibt nichts anderes übrig, als den Pädophilen zu sagen: “Tut uns leid, aber im Gegensatz zu allen anderen sexuellen Orientierungen gibt es für euch keine Chance, euer Sexualleben nach euren Neigungen zu gestalten. Für euch gibt es nur Enthaltsamkeit. Es gibt auch keine Ersatzbefriedigungen, etwa in Form von Bild- oder Videomaterial, denn auch für die Herstellung von solchem Material sind Kinder notwendig, und die sind in dieser Hinsicht unantastbar. Müssen unantastbar sein. Sorry, ihr Kinderliebhaber. Pech gehabt, dass ihr so seid wie ihr seid.”

 

Erbärmlich

Der Markus Söder schäumte regelrecht, und selbst AKK zog eine gimmige Miene, um ihren Ärger auszudrücken: Wie können die deutschen (<- Betonung) Sozialdemokraten in Straßburg es rechtfertigen, nicht für Ursula von der Leyen zu stimmen!

Nun mal halblang, kann ich da nur sagen. Warum zum Henker sollten die Sozis für die Kandidatin der Konservativen stimmen? Zumal sie mit Frans Timmermans einen eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt haben, der bestimmt mindestens so gut ist wie die Ursula? Seit wann regen sich Politiker auf, wenn Vertreter einer anderen Partei hinter deren eigenen Kandidaten stehen?

Fragen wir mal anders herum: Welche Gründe sollten die Sozis überhaupt haben, von der Leyen zu wählen? Die Kompetenz der Kandidatin? Sie wird sich noch bewähren müssen und vielleicht auch können, aber in Kenntnis ihrer bisherigen politischen Leistungen sind arge Zweifel angebracht. Sie erscheint ja doch ziemlich blass, und das ist in der schwierigen Situation, in der Europa zur Zeit steckt, nicht besonders vielversprechend. Ich jedenfalls wünschte mir eine Chefin oder einen Chef mit einer kräftigen Faust. Diese Faust muss so lauf auf den Tisch schlagen können, dass der republikanische Wüstling im Weißen Haus vor Schreck das Twittern vergisst, dass Typen wie Orban oder Kaczynski auf die Knie fallen und rückwärts zur Tür kriechen. Dass den Brexit-Nationalisten deutlich wird, dass Europa sie gar nicht mehr haben will und dass sie möglichst schnell abhauen sollen. So eine oder einen hätte ich persönlich gerne an der Spitze. Doch das sind wohl Wunschträume und passen nicht so richtig zur Realpolitik.

Aber zurück nach Straßburg und zur Wahl. Egal, woran man die Zustimmung oder Ablehnung eines Kandidaten festmacht: Eines darf auf keinen Fall eine Rolle spielen, nämlich die Nationalität. Und genau das scheint AKK und Söder zu wurmen: dass deutsche Politiker eine deutsche Kandidatin ablehnen. Nationaler Ehrgeiz und nationale Eitelkeit also. Europa ist aber geschaffen worden, um genau diese Neigungen zu überwinden. Timmermans ist kein Ausländer, er ist einer von uns! Ich halte diesen unverblümten Rückzug auf nationale (nationalistische?) Standpunkte für ziemlich erbärmlich.

Oder täusche ich mich, und die beiden meinen gar nicht die Nationalität, sondern denken an die GroKo, so nach dem Motto: Wer mit uns in einer Koalition zusammenarbeitet, muss auch unsere Kandidatin unterstützen. Könnte man auch von der anderen Seite sehen: Wenn die CDU mit uns in einer Koalition zusammenarbeitet, kann sie auch unseren Kandidaten Timmermans unterstützen. Aber das will die CDU auch wieder nicht, da beharrt man stur auf einem konservativen Kandidaten. Nur der SPD gesteht man sowas nicht zu. Wie gesagt, eine erbärmliche Einstellung.

Aber was soll’s. Die CDU/CSU, allen voran Markus Söder, beruft sich bei jeder Gelegenheit auf den Koalitionsvertrag und fordert die Einhaltung ein. Ok, dann zeigt doch mal den Passus im Koalitionsvertrag, demzufolge die SPD im Falle eines Falles eine CDU-Kandidatin überstützen soll.

Die smarten Lügen

Die Überschrift legt die Vermutung nahe, dass ich in diesem Beitrag wieder über die smarte (= digitale) Revolution herziehen will, aber das ist nicht der Fall – schon im analogen Umfeld gab es smarte Sachverhalte. Darauf möchte ich hier eingehen, zunächst jedenfalls. Gelogen wurde immer schon, mitunter, dass sich die Balken bogen. Doch je weiter die Digitalisierung voranschreitet, desto geringer wird die Bedeutung des Lügens. Nicht weil weniger gelogen wird, im Gegenteil. Das Lügen wird durch die Digitalisierung bedeutungsloser, weil die Wahrheit an Bedeutung verliert. In einem anonymen Umfeld, wo jeder machen und sagen kann was er will und dieses als “Freiheit” versteht, schrumpft Wahrheit zu einer bedeutungslosen, nostalgischen Erinnerung. Wo Wahrheit nicht geschützt werden kann, ja nicht mal als schützenswert erachtet wird, kann man sie unter den Teppich kehren.

Aber noch ist es nicht so weit, noch lohnt es sich, über die Mechanismen nachzudenken, die in der Gesellschaft Wahrheit und Lüge definieren. Also:

Wenn jemand nach Dienstschluss noch ein Schäferstündchen mit einer netten Person verbringt, seiner Frau aber mitteilt, er habe Überstunden gemacht, dann sagt er offenbar nicht die Wahrheit. So etwas nennt man im digitalen Zeitalter “fake news” oder “alternative Fakten” (herrlich, diese Wortschöpfung von Kellyanne Conway). Wir können aber auch bei dem klassischen Begriff “Lüge” bleiben. Doch um solche eindeutigen Lügen wie in dem genannten Beispiel soll es hier nicht gehen. Es gibt auch smarte Lügen, die butterweich daherkommen und kaum durchschaut werden, entweder weil die Zusammenhänge komplex und unübersichtlich sind oder weil eine Portion Interpretation und Gewichtung hinzukommt. Smartes im analogen oder – besser gesagt – vordigitalen Kontext.

Beispiel 1: Statistik

Während meines Studiums habe ich mich eine Zeitlang auch mit mathematischer Statistik befasst, und ich muss sagen, dass mich die Materie ziemlich phasziniert hat. Die Begeisterung hat lange angehalten, doch meiner Frau konnte ich später damit nicht kommen. Sie behauptete: “Geh mir weg damit, Statistik lügt.” Fand ich damals nicht, aber inzwischen … Die Zweifel stecken aber nicht im Zahlenmaterial an sich, sondern in der Darstellung der Ergebnisse.

Ein schönes Beispiel für die Fragwürdigkeit statistischer Aussagen ist der Feldzug gegen das Passivrauchen. (Zur Information: Ich bin schon seit etlichen Jahren Nichtraucher) Wie hieß es? Jährlich sterben 3000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens. Was dann kam, ist bekannt: Um Nichtraucher zu schützen, wurde das Rauchen in der Öffentlichkeit weitgehend verboten, und mehr und mehr dringen die Verbote auch in die privaten Bereiche hinein.

Aber was heißt das eigentlich, 3000 Tote durch Passivrauchen? Die Formulierung legt nahe, dass jemand, der passiv mitraucht, umfällt und stirbt. Das ist natürlich nicht der Fall, sondern in Wirklichkeit ist es doch wohl so, dass der Rauch (zusätzlich zu anderen Faktoren) die Organe so belastet, dass es zu einem verstärkten Auftreten von Krankheiten kommt, die wiederum – statistisch gesehen – eine kürzere Lebenszeit zur Folge haben. Doch um wieviel kürzer als der Durchschnitt? 1 Monat, 1 Jahr, 3 Jahre? Bezeichnend ist die Tatsache, dass nirgendwo dieses wichtige Angabe gemacht wurde. Zumindest habe ich keine gefunden. Es wurde auch darüber geschwiegen, wie stark sich die Intensität des Passivrauchens auswirkt, an und für sich wohl die Kernfrage. Und schließlich ist das Zusammenwirken mit anderen Belastungsfaktoren äußerst wichtig. Macht sich auf dem Lande, wo die Luft in der Regel gut ist, das Passivrauchen ebenso signifikant bemerkbar?

All diese Verkürzungen in der Deutung der zweifellos richtigen Zahlen, so gut sie gemeint sein mögen, führten zu ausgesprochen hasserfüllten Angriffen auf die Raucher und nicht zuletzt zu schrillen Ausfallerscheinungen in der Gesellschaft. So befasste sich tatsächlich das Verfassungsgericht (!) mit der Größe von Kneipen in der Frage, ob ein Raucherraum eingerichtet werden darf. Und allen Ernstes wurde darüber diskutiert, ob das Schlüsselloch zu einem Raucherraum so abgedichtet werden kann, dass man den Nebenraum Nichtrauchern zumuten darf. Es wurden also fundamentalistisch geprägte, vollkommen überzogene Haltungen eingenommen, bei denen jedes Augenmaß und jede Vernunft verloren ging.

Wenn man berücksichtigt, dass die Antirauchen-Initiative hauptsächlich von Ärzten angeregt und in Gang gehalten wurde, dann wird deutlich, dass auch die interpretierenden Personen und ihr Ansehen eine gewichtige Rolle spielen. Insgesamt ein Bündel von Spielräumen und Deutungsabsichten, bei denen das eigentliche Zahlenmaterial nur noch zur Untermauerung von Aktionszielen dient. In diesem Sinne dient Statistik kaum noch zur Beantwortung von Fragen, was ihr eigentlicher Zeck ist, sondern als scheinbar objektiver Faktor in einem vorgefassten Begründungskontext.

Ein weiteres, fast amüsantes Beispiel für die Deutungsprobleme von statistischem Material lieferte eine Arzt (Okologe, glaube ich) an der Uni-Klinik Münster. Schon 14 Tage nachdem das Rauchverbot in Kneipen in Kraft getreten war, verkündete er den ersten Erfolg des Verbots. Seitdem sei die Zahl der Neuerkrankungen drastisch zurückgegangen, von 7 auf 4 (so in etwa). Andere Mediziner sprachen vom “Wunder von Münster”. Ich will das nicht weiter kommentieren, aber drastischer als dieser “Wunderheiler” kann man einen falschen Umgang mit Statistik nicht demonstrieren.

Beispiel 2: Umfragen

Im Grunde könnte man hier auch von Statistik sprechen, aber es gibt doch einen wichtigen Unterschied zu anderen statistischen Erhebungen. Bei Umfragen wird das Zahlenmaterial zum großen Teil nicht durch direkte Fragestellungen gewonnen, sondern eher durch indirekte Fragen, aus denen bestimmte Absichten, Einstellungen usw. abgeleitet werden können. Der Befragte erkennt in der Regel nicht sofort, was das Ziel der Frage ist.

Umfrageergebnisse haben eine starke Werbewirkung. Wenn ein großer Prozentsatz der Bevölkerung eine bestimmte Lebensweise verfolgt oder eine bestimmte Produktlinie bevorzugt, dann muss das doch einen Grund haben, so folgern die Menschen, und das ist ja auch plausibel. Folglich muss Branchenverbänden und Herstellern sehr daran gelegen sein, positive Umfragewerte präsentieren zu können. Und genau das ist in gewissen Grenzen machbar, man muss nur die Fragestellung entsprechend geschickt konstruieren: durch gezieltes Weglassen von Fragen, durch Häufung von “günstigen” Fragen, durch Gewichtung, vor allem aber durch Locken auf positive Grundaussagen, aus denen wiederum auf eine positive Haltung im Einzelfall geschlossen wird, was aber falsch sein kann. Im Einzelfall können nämlich auch entgegengesetzte Gründe eine Rolle spielen, die aber in der Fragestellung ignoriert werden. Das Repertoire, gewünschte Umfrageergebnisse zu erzielen, ist gewaltig, und die Werbefirmen und Interessenverbände haben Spezialisten an Bord, die virtuos damit umgehen können. Und trotz richtiger Zahlen natürlich lügen.

Und so stellt man dann überrascht fest, dass ein hoher Prozentsatz (die Mehrheit) der Bevölkerung den Einsatz von KI positiv bewertet. Sind die Leute zu dumm, um zu kapieren, welche immensen Gefahren darin stecken? Wohl kaum. Also die Umfragewerte. Man stellt fest, dass die Umfrage von einem Branchenverband der Digitalindustrie in Auftrag gegeben wurde. Oder, um ein anderes Beispiel zu bringen: ein unglaublich (wörtlich zu nehmen) hoher Prozentsatz wünscht sich ein Zuhause mit möglichst viel “intelligenten” Geräten. Wer steckt hinter diesen Umfragen? Klar, zum Beispiel die Unterhaltungsindustrie, die voll auf modernste Technik setzt und damit Geld machen will. Oder ein Verband rund um Küchenausstattungen, der natürlich modernste Küchentechnik beliebt machen will und dabei sogar noch gegen bewährte Lebensqualitäten wie Gemütlichkeit, Privatheit usw. ankämpfen muss (und offenbar erfolgreich ankämpfen kann).

Gerade im Umfeld von großen Messen, wo Neuigkeiten an Frau und Mann gebracht werden soll, kann man sehr schön verfolgen, wie Umfragen zu Tendenzen und Entwicklungen funktionieren. Einfach mal ans Ende eines solchen Beitrags gehen, da steht oft (leider nicht immer), wer eine zitierte Umfrage in Auftrag gegeben hat. Und wenn dahinter ein interessenneutraler Auftraggeber steht, dann – und nur dann – lohnt es sich, den Beitrag zu lesen. Skepsis ist jedoch immer angesagt.

Auch hier ein konkretes Beispiel: Im Rahmen der IFA 2019 wurden Ergebnisse einer Umfrage präsentiert, die von der Branchengesellschaft gfu (!) in Auftrag gegeben wurde. Demzufolge steuern bereits 68 % ihre smarten Unterhaltungsgeräte per Sprache oder haben dies vor. Bemerkenswert, nicht wahr? Das bedeutet doch, dass in fast 7 von 10 Haushalten der Fernseher nicht mehr mit der Fernbedienung eingeschaltet wird, sondern per Zuruf. Dasselbe gilt für die Einstellungen oder die Senderumschaltung. Das muss ich doch auch haben, sagen sich viele daraufhin, und die Unterhaltungsindustrie frohlockt. Aber sind die Zahlen glaubwürdig? Also, ich habe arge Probleme, das zu glauben, denn immerhin sind dermaßen eingestellte smarte Geräte nichts anders als Wanzen im persönlichen Raum. Sollten wirklich 68 % der Leute so bescheuert sein? Möglicherweise ist es eine Formulierungssache? “Oder haben dies vor”, berichtete die gfu. Da haben wir so eine schwammige Absichtserklärung, die sich leicht aus den Fragen generieren lässt und die das Ergebnis beträchtlich “verbessert”.

Beispiel 3: Leserbriefe

Das ist ein Kapitel so richtig aus der analogen Zeit, denn es geht um Zeitungen und Zeitschriften. Nicht, dass die Digitalsierung die im folgenden anzusprechenden Probleme beseitigt. Im Gegenteil: Es kommen viel größere Probleme hinzu. Aber bleiben wir bei dem analogen Papier.

Wer kennt nicht die Leserbrief-Rubriken in Zeitungen? Bei einigen Zeitungen ergötzen sich die Schreiber in hochgeistigen, intelligent codierten Meinungsäußerungen, die vornehmlich dem Zweck dienen, den Intellekt des Schreibers ins rechte Licht zu rücken. Bei anderen Blättern wiederum scheinen die Schreiber direkt vom Stammtisch gekommen zu sein. Aua. Aber eines haben alle Leserbriefe gemeinsam: Sie sollen nicht die Meinung von Lesern wiedergeben, sondern das Meinungsbild der Redaktion mit authentischem Material zum Ausdruck bringen. Manche Redaktionen gehen dabei sehr geschickt vor, z.B. indem sie eine angemessene Zahl von wohldosierten Gegenmeinungen bringen, die aber noch unausgereift und deshalb korrigierbar wirken sollen. Andere Zeitungen mischen die Beiträge brühwarm so zusammen, dass schnell erkennbar wird, wo die Redaktion steht (was man meistens ohnehin schon weiß).

Die Mittel der redaktionellen Meinungsäußerung mittels Leserbriefen sind einfach: Selektion und Kürzung. Was die Selektion betrifft, ist der Sachverhalt eindeutig. Niemand hat Anspruch auf Veröffentlichung seines Leserbriefes. Das muss auch so sein, denn andernfalls würde die Leserbrief-Rubrik auf das Niveau digitaler Kommunikationsplattformen absinken, mit einem alles überschwemmenden Grundrauschen. Aber es sollte einleuchten, dass die Zeitungsredaktionen damit die Meinungsbildung erheblich steuern können.

Mit der Kürzung verhält es sich nicht viel anders. Praktisch alle Zeitungen behalten sich das Recht auf Kürzung ausdrücklich vor und geben dies auch jedesmal bekannt. Wer jedoch schon einmal einen zu langen Leserbrief verfasst hat und schließlich feststellen musste, dass an etlichen Stellen gekürzt wurde, der muss feststellen, dass dadurch die Aussage ganz erheblich verschoben werden kann. Formbares Material, das als echt ausgegeben wird und dennoch eher die Meinung der Redaktion als die des Verfassers widerspiegelt. Authentisches Material und Lüge gleichermaßen, mit wechselnden Anteilen.

Fazit:

Bei allen smarten Lügen geht es hintergründig um Geld und Gewinn. Wenngleich inzwischen eine gigantische Industrie entstanden ist, die das smarte Lügen professionell betreibt, sollten wir bedenken, dass die Ursprünge nicht in der Digitalisierung zu suchen sind. Solange es den Kapitalismus mit seinem hemmungslosen Gewinnstreben gibt, solange wird versucht, mit allen legalen Mitteln (und versteckt auch mit nicht legalen Mitteln) dem Gewinn auf die Sprünge zu helfen. Neben den drei oben genannten Methoden ist es nicht zuletzt die Werbeindustrie, die sich über die Menschen hermacht. Auch Werbung ist inzwischen stark von smarten Lügen durchsetzt. Hätte ich oben als 4. Punkt erwähnen können (neben weiteren), aber 3 Beispiele sind genug.

Was die digitalen Methoden erheblich von den analogen unterscheidet, ist ihre enorme Effektivität. Analoges Lügen war gewissermaßen noch umständlich und aufwändig. Das geht in der digital durchorganisierten Welt nun wie geschmiert. Ich weiß nicht, ob es dazu schon Untersuchungen gibt, aber nach meiner Schätzung dürften die durch smartes Lügen erzeugten Schäden heutzutage mindestens zehn mal so groß sein wie zu vordigitalen Zeiten. Zumal sich die Politik schwer tut, halbwegs saubere Verhältnisse oder den Grundrechteschutz gegenüber der Lügenindustrie durchzusetzen.


P.S. Ein weiterer Fall für das smarte Lügen sind die sogenannten “Studien”, die ähnlich wie Umfragen meist in Auftrag gegeben werden. Was da zu irgendeinem Ergebnis auf Grund von Simulationen oder Prognosen zusammengebraut wird, ist völlig intransparent und lässt sich beliebig für bestimmte Zwecke gestalten. Wir erleben so ein Beispiel zur Zeit: Die Bertelsmann Stiftung empfielt in ihrer Studie das radikale Zusammenstreichen von Krankenhäusern, was zu Recht viel Empörung hervorruft. Denn medizinische Qualität lässt sich nicht nur an Fachleuten und Hightech festmachen. Ganz entscheidend für die Heilung ist u.a., ob sich die Patienten in der Klinik wohlfühlen, ob sie nicht das Gefühl vermittelt bekommen, durch eine perfekte Riesenmaschinerie geschleust zu werden.

Aber nun kommt’s. Ich erwähne es vorbehaltlich, dass die Faktenlage stimmt. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, sitzt im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG, einem großen Klinik-Privatbetreiber, der von der Schließung kleiner kommunaler Krankenhäuser profitieren würde. Nein, es muss keinen Zusammenhang geben, aber Gedanken darf man sich ja wohl machen. Und vielleicht sollte eine Gesellschaft wie Bertelsmann, deren Vorstand befangen sein könnte, so eine Studie erst gar nicht starten. Oder umgekehrt. Es gibt auch Leute, die einen Aufsichtsratsposten aufgeben, um den Verdacht von Befangenheit gar nicht erst aufkommen zu lassen.

 

Sprechen und quaken

Ja, es gibt Sprecher und Quaker und natürlich Sprecherinnen und Quakerinnen. Aber ich möchte aus gutem Grunde bei der neutralen Bezeichnung, die dummerweise mit der männlichen üereinstimmt, bleiben.

Also, Sprecher sind solche Vertreter der menschlichen Art, die das Instrumentarium der mündlichen Sprache beherrschen – wenigstens so in etwa. Und zu diesem Instrumentarium gehört die Satzmelodie, also das Anheben der Stimme am Satzende, wenn es sich um eine Frage handelt oder das Absenken, wenn es ein normaler Aussagesatz ist. Gerade dieses Absenken schafft Stuktur, erleichtert die Verständlichkeit und ist nicht zuletzt ein Ausdruck von Höflichkeit, denn es gibt dem Gesprächspartner die Möglichkeit, sprachlich einzugreifen ohne dem anderen über den Mund fahren zu müssen. Ja, die Satzmelodie ist ein wesentlicher Aspekt, wenn es um ein gepflegtes Gespräch geht.

Aber dann gibt es auch noch das Quaken. Nein, das hat nichts mit Fröschen zu tun, es fiel mir kein anderes Wort dafür ein. Die Bezeichnung sollte negativ wirken, aber auch nicht allzu stark. Also quaken. Quaker, das sind diejenigen, die kein Absenken der Strimme am Satzende kennen, das sind Leute, die oft Minuten lang einen Satz nach dem anderen aneinanderreihen ohne dem Zuhörer auch nur ein einziges Mal die Chance zu geben, einzugreifen oder auch nur zu verschnaufen.

Es gibt Situationsquaker und natürliche Quaker. Die Situationsquaker begegnen einem immer wieder im Radio oder im TV, hauptsächlich unter den “Zugeschalteten”. Bei ihnen kommt es nur ein einziges Mal zu einem Absenken der Stimme, und zwar ganz am Schluss, wenn sie einen mittellangen bis langen Bericht komplett abgeliefert haben. Und der geplagte Zuhörer möchte am liebsten aufschreien: “Nun mach doch mal ‘ne Pause, hör endlich auf zu sabbeln.” Aber die Leute haben wohl Angst davor, dass die Person in der Redaktion ihnen das Wort abschneidet.

Die natürlichen Quaker sind ganz anders gestrickt. Sie besitzen so eine Art überhöhte Selbsteinschätzung, die es nicht erlaubt, dass ihnen irgend jemand in die Parade fährt und sich erdreistet, einfach das Wort zu ergreifen. Ein Mensch mit besonders ausgeprägtem Quaken ist übrigens der Dobrindt, der Alexander aus dem Süden Deutschlands. Der hebt sogar am Satzende meistens die Stimme, so als wolle er Anspruch erheben, endlos weiterzureden.

Einfach mal drauf achten.