America first

Nicht so ganz einfach, diesen amerikanischen Superpräsidenten zu charakterisieren. Wenn ich meine Wertemaßstäbe anlegte, müsste ich ihn … nein, lieber nicht, dann hätte man mich wegen Beleidigung am Wickel. Also freundlich: Der Typ wirkt auf mich wie ein Bulle, der mit gesenkten Hörnern auf alles losgeht, was sich ihm in den Weg stellt. Klar, dass er schon vieles kaputt gemacht hat, in der Welt und in den USA. Hauptsächlich in den USA. Wie sagte der Donald so schön: “America first!” Dabei wird er noch angefeuert, hauptsächlich von weißen Cowboys und Farmern, von denen einige noch die Parolen aus der Ku-Kluxer-Zeit kennen.

Wenn’s um Geld geht …

… dann ist man schnell zur Stelle. Da betreiben amerikanische IT-Konzerne schon jahrelang Datenmissbrauch, verstoßen somit gegen unsere Grundrechte. Reaktion? Fehlanzeige. Erst das Kartellamt fühlte sich veranlasst, mal etwas dagegen zu tun. Geld ist halt wichtiger als Grundrechte, oder? Dann das neue Urheberrecht. Es soll den Urhebern eine bessere Verwertung ihrer Schöpfungen gewährleisten. Es soll ihren Gewinn schützen. Geld. Schutz der Privatsphäre? Uninteressant in unserer Gesellschaft. So geht Digitalisierung.

Roboter als Spielgefährte

Ich weiß nicht, wie dieses künstlich intelligente Ding aus Plastik und Metall heißt, jedenfalls soll dieser kleine Roboter, der besonders in China intensiv weiterentwickelt wird, ein idealer Spielgefährte für kleine Kinder sein. Sprechen, zuhören, klar, dass ist alles kein Problem für dieses Maschinchen. Aber es soll auch Gefühle von Kindern wahrnehmen und darauf reagieren können. Vielleicht kann es sogar Tränen vergießen. Roboter als Wesen, mit Emotionen ausgestattet. Dumm nur, dass dadurch keine wirklichen Spielgefährten entstehen, sondern dass die Kinder zu Robotern werden. Passt zu China und dem Menschenbild des Regimes. Digitalverbände wie CIO finden’s ebenfalls toll. Für mich sind solche Dinge Kindesmissbrauch.

Drensteinfurt – negatives Vorbild

Anmerkung: Diesen leider wieder etwas länger gewordenen Beitrag werde ich in Kürze wieder löschen. Vorher möchte ich noch möglichst viele Kommunen und Kommunalverbände auf den Beitrag aufmerksam machen.


Zeitungsmeldung in der IVZ (Ableger der Westfälischen Nachrichten) vom letzten Wochenende: “Drensteinfurt bleibt online”. In Drensteinfurt, einem kleinen, eher unbedeutenden Städtchen im südlichen Münsterland, gab es eine Bürgeranregung, den Ort zu einer “Facebook-freien-Kommune” zu machen, doch der Haupt- und Finanzausschuss der Kommune entschied sich, weiterhin Facebook zu benutzen. Bürgermeister Carsten Grawunder wies darauf hin, dass man über Facebook knapp 900 Abonnenten erreiche. Deshalb sei das Abschalten keine Lösung.

Diese Einstellung ist bestürzend, und das Festhalten an schmutzigen Kommunikationswegen ist in dreifacher Hinsicht verantwortungslos:

  1. Alle Instanzen mit öffentlicher Ausstrahlung, also Politik, Administration, Medien usw. haben Vorbildfunktionen und sollten keine Verfahren anwenden, die nachgewiesenermaßen schädlich sind und dennoch in der Bevölkerung weit (zu weit) verbreitet sind. Es gibt nur einen Weg, Facebook in die Schranken zu weisen, und zwar durch gezielte Vermeidung der Plattform.
  2. Als Kommune verwaltet Drensteinfurt eine Fülle von sensiblen Daten, die auf keinen Fall in den Fangbereich einer Datenmissbrauchs-Mafia wie Facebook geraten dürfen. Saubere, gesicherte Datenverwaltung einerseits und virulente Datenverbreitung über Facebook, Whatsapp oder Instagram, das passt einfach nicht zusammen.
  3. Durch das Festhalten an Facebook übt die Kommune auf die 900 “Abonnenten” einen Druck aus, ebenfalls auf Facebook zu bleiben. Das ist genau gegenläufig zu den Bemühungen, möglichst viele Bürger aus ihrer Abhängigkeit von Facebook zu befreien.

Die Hauptursachen dafür, dass trotz besserer Einsicht viele Menschen nicht von schädlichen Plattformen wie Facebook lassen wollen, sind Gedankenlosigkeit, Oberflächlichkeit und vor allem Bequemlichkeit – bis hin zur Abhängigkeit. Wenn nun auch noch kleinkariertes Denken von Kommunalpolitikern hinzukommt, kann man nicht allzu optimistisch in die digitale Zukunft schauen. Meine Güte, stellt den Leuten in Gemeinderat und Verwaltung doch ein Fußbänkchen hin, damit sie ein wenig über den ach so hohen Tellerrand ihrer beschränkten kommunalen Welt hinwegschauen können.

Irritierend ist im übrigen auch die Überschrift der Zeitungsmeldung. Muss man an Facebook festhalten, um online zu bleiben? So ein Quatsch. Es gibt eine ganze Reihe von sauberen Wegen, die Bürger zu erreichen, und selbst wenn man meint, auf einen Messenger nicht verzichten zu können, dann gibt’s Alternativen. Um nur einige zu nennen: Diaspora, Nebenan, Ello, Threema usw. Und der Umstieg? Eine Meldung an die 9000 Abonnenten, vielleicht eine kurze Anleitung, wie die neue Plattform eingerichtet wird, das reicht. Und wenn von den 9000 nur 200 folgen, weil die anderen es nicht mitbekommen? Dann war für 8800 Bürger die Facebook-Präsens ohnehin überflüssig. Der Wechsel könnte für eine erfrischende Bereinigung sorgen.


Nachtrag: Als ich die Stadt Drensteinfurt per EMail auf diesen Beitrag aufmerksam machen wollte, wurde eine Erklärung verlangt, in welcher ich mich mit der Verarbeitung meiner Daten einverstanden erklärte. Tja, soviel zum Thema Datenschutz in der münsterländischen Kleinstadt.

 

Sportliche Tante

Beeindruckend, diese Dorothee Bäre, ihres Zeichens Staatsministerin für Digitalisierung. Eine Frau mit Haaren auf den Zähnen und, wenn’s um Digitales geht, mit einer Einsatzbereitschaft bis hin zur Selbstaufgabe. Sie hat nun gefordert, dass “eGaming” als olympische Sportart anerkannt wird. Toll: 136 Gegner in 5 Minuten abgeknallt, bringt den zweiten Platz und eine weitere Silbermedaille im Medaillenspiegel. Klar, alles soll digitalisiert werden, warum nicht auch der Sport? Konsequent ist sie ja, die Dorothee. Und ich habe endlich für mich eine passende Sportart gefunden. Huch, wie ich diese Frau verehre.

Gute Frage

Mark Zuckerberg, der Herrscher über das bekannte, weltweite Kommunikations-Imperium, sagt jedem, der es hören will (oder auch nicht), dass seine wichtige und edle Plattform kostenlos sein müsse, so dass jeder sie nutzen könne. Und er wird nicht müde zu beteuern, das Facebook natürlich keine Nutzerdaten verkaufe. Tja, lieber Mark, dann beantworte nur noch eine Frage: Womit zum Henker verdient Facebook denn seine Milliarden?

Beifang

Vor einigen Tagen verunglückte ein Kleinflugzeug über dem Ärmelkanal, mit einem berühmten, argentinischen Fussballspieler an Bord. Ich kannte ihn nicht, aber das ist bedeutungslos. Viele Menschen forderten die Suche nach dem Fussballspieler, wobei sich nun auch Lionel Messi eingeschaltet hat, indem er vehement verlangt, solange zu suchen, bis sein Kollege gefunden ist. Nach dem Piloten (oder waren’s zwei Besatzungsmitglieder?) fragt niemand. Es gibt halt wertvollere und werlosere Menschen. Doch was ist, wenn man das Flugzeug findet und dabei auch die Besatzungsmitglieder aus dem Wrack befreien sollte? Vorschlag: Einfach als Beifang wieder ins Meer werfen.

… und ein bisschen wieder da

Nein, ich kann die Klappe nicht vollständig halten. Zu viel, zu dem ich meine Meinung sagen muss, vor allem, um die Selbstachtung aufrecht zu erhalten. Aber in diesem Blog will ich es ab jetzt kurz halten, so, als sei ich mit Twitter unterwegs.

… und dann bin ich mal weg

So, vieles spricht dafür, dass dieses mein letzter Beitrag in diesem Blog sein wird. Ob für immer, weiß ich noch nicht, aber ein Jahr Pause und Abstand muss mal sein, um sich selbst zu beruhigen und die eigene Haltung zu überdenken. Es kann sein, dass ich die wichtigsten Beiträge auf meine Webseite übertragen werde, wohin sich erfahrungsgemäß aber kaum jemand verirrt. Doch die Besucherzahlen in diesem Blog halten sich ebenfalls in Grenzen, so dass ich die Aktivitäten hier eher als Selbstgespräch auffassen möchte. Sei’s drum, auch ein Selbstgespräch kann hilfreich sein, um Gedanken zu ordnen.

Der Grund, warum ich meine Schreiberei hier vorerst beende, ist schnell umrissen: Es ist erst mal alles gesagt, was es aus meiner Sicht zum Thema Datenklau und Weiterlesen

Künstliche Intelligenz. – Mein letzter längerer Beitrag

Einleitung

Ich sitze vor dem Rechner und verfolge auf Youtube ein Tutorial, mit dem ich mich möglichst schnell in die Game-Engine “Godot” einarbeiten will. Dabei geht es mir nicht um die Entwicklung eines Spiels, sondern um eine Entwicklungsumgebung, mit der ich – vielleicht – meine Pläne zur Visualisierung von virtuellen 3D-Landschaften realisieren kann. Doch vorerst müssen die Zusammenhänge des komplexen Programms ergründet werden, und so nebenbei geht es um das Erlernen einer weiteren Programmierspache, die in diesem Fall von Python abgeleitet wurde.

Also lausche ich dem Tutor, der in angenehmer Sprache Schritt für Schritt in die Geheimnisse des Programms einführt, und zwar an Hand eines simplen 2D-Spiels. Es ist so etwas wie Bildschirmtennis, bei dem man gegen den Computer spielt. Natürlich muss ich die einzelnen Schritte nachvollziehen, denn einfach zuhören bringt nichts. Als das Kapitel zur Steuerung des Computer-Schlägers (“Gegner” genannt) dran ist, verspricht der Tutor, dass nun etwas KI dabei sei. Etwas “künstliche Intelligenz”? So wie eine Prise Salz? Was soll das denn? frage ich mich verblüfft und bin natürlich neugierig.

So programmiere ich also nach Vorschrift das Verhalten des Balkens, der sich nach oben und unten bewegt und so etwas wie einen Tennisschläger darstellen soll. Eine extrem simple Anglegenheit. Damit der Schläger sich nicht immer auf Ballhöhe Weiterlesen